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MV aktuell Arbeitslosigkeit in MV: Goldener Oktober bringt leichten Rückgang
Nachrichten MV aktuell Arbeitslosigkeit in MV: Goldener Oktober bringt leichten Rückgang
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13:35 30.10.2018
Die Zahl der Erwerbslosen ist im Oktober in Mecklenburg-Vorpommern leicht gesunken. (Symbolfoto) Quelle: Arne Dedert / dpa
Schwerin

Die Zahl der Erwerbslosen ist im Oktober in Mecklenburg-Vorpommern leicht gesunken. Am Monatsende waren 58 300 Menschen arbeitslos gemeldet, 440 weniger als im September. Die Quote sank um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Nur in Bremen (9,5 Prozent) und Berlin (7,7) war die Quote höher. Vor einem Jahr waren noch 63 700 Menschen im Land arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 7,7 Prozent entsprach.

Der Rückgang in MV verlangsamte sich: Von September zu Oktober 2017 war die Erwerbslosenzahl deutlicher - um 700 - gesunken. Die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, sieht darin jedoch keinen Trend und keinen Grund zur Beunruhigung. „Das sind Marginalien“, sagte sie. „Wir haben immer Schwankungen von 200 oder 300.“ Sie verwies zum Vergleich auf den Oktober 2004, als 177 000 oder 19,9 Prozent der Menschen in MV erwerbslos gemeldet waren. Aktuell wachse die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Zahl der von den Unternehmen und Behörden gemeldeten offenen Stellen liege leicht über Vorjahresniveau.

Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen besonders stark gefallen

Erfreulicherweise besonders stark, um 6,7 Prozent, sei im Oktober die Jugendarbeitslosigkeit gesunken, sagte Haupt-Koopmann. „Hier wird deutlich, dass die Betriebe auch im Oktober die Chance genutzt haben, noch Ausbildungsplätze zu besetzen oder sich jene jungen Fachkräfte zu sichern, die nach ihrem erfolgreichen Ausbildungsabschluss nicht übernommen wurden und daher kurzfristig arbeitslos waren.

Im Quoten-Ranking der Kommunen gab es eine Veränderung: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim, der bisher an der Spitze lag, stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht - die Quote blieb bei 5,4 Prozent. Im Landkreis Rostock hingegen sank die Zahl der Erwerbslosen um 189, so dass auch dieser eine Quote von 5,4 Prozent erreichte. Da der Tourismus an der Küste seine Beschäftigten hielt, meldeten die Stadt Schwerin und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte die landesweit höchsten Quoten von jeweils 8,5 Prozent. In der Stadt Rostock waren es 7,3 Prozent. Für November erwartet Haupt-Koopmann in MV einen jahreszeitlich üblichen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl, wie sie sagte.

Glawe: MV ist attraktiver Wirtschaftsstandort

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigte sich zufrieden: „Die Chancen auf einen Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern sind so gut wie nie.“ Mecklenburg-Vorpommern sei zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Investoren geworden. Er räumte jedoch ein, dass die Bereitschaft von Firmen, in MV zu investieren, noch stärker geweckt und zum Erfolg geführt werden müsse. Helfen sollen Messen und eine direkte Investorenansprache im Ausland.

Die Opposition mahnte, Langzeitarbeitslose stärker in den Blick zu nehmen. „Während die durchschnittliche Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld in den letzten Jahren abnahm, stieg die Dauer des Hartz-IV-Bezugs seit 2010 von 358 auf heute 565 Tage“, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linken im Landtag, Henning Foerster. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die fünf Jahre und länger arbeitslos sind, habe sich seit 2012 fast verdoppelt. „Tatsächlich sind es jedoch noch viel mehr, denn Menschen, die an einer Maßnahme wie einem Ein-Euro-Job teilnehmen, fallen aus der Statistik.“ Statt offiziell vermeldeten 21 000 Langzeitarbeitslosen sind nach seinen Berechnungen tatsächlich mehr als 40 000 betroffen. Foerster forderte von Glawe und den Jobcentern ein Landeskonzept für neue Perspektiven von Langzeitarbeitslosen.

Von Iris Leithold, dpa