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MV aktuell Armutsrisiko im Land sinkt
Nachrichten MV aktuell Armutsrisiko im Land sinkt
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00:01 23.09.2016

Jeder Fünfte in Mecklenburg-Vorpommern ist laut Statistik von Armut bedroht. Im Vergleich zum Jahr 2005 sank die Gefährdungsquote um 2,4 Prozentpunkte. In keinem anderen Bundesland hat das Armutsrisiko binnen der vergangenen Dekade so stark abgenommen wie in MV. Aber: Im Bundesvergleich schneidet der Nordosten schlecht ab. Nur in Brandenburg und Bremen ist die Gefährdungsquote noch höher. Als armutsgefährdet gelten Menschen in Haushalten, deren monatliches Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland beträgt. Das traf 2015 auf 21,7 Prozent der Bevölkerung in MV zu. Für Singles lag die Schwelle im vergangenen Jahr bei 942 Euro, für dreiköpfige Familien bei 1696 Euro. Besonders armutsgefährdet waren in MV Arbeitslose, Alleinerziehende und Paare mit drei oder mehr Kindern. Legt man statt des Bundes- das Landesdurchschnittseinkommen zugrunde, ist etwa jeder Siebte hier von Armut bedroht. Darüber, wie viel Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht und wie viel tatsächlich arm sind, sagen die Zahlen allerdings nichts aus.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) führt die gesunkene Gefährdungsquote unter anderem auf die steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigtigungsverhältnisse und den Mindestlohn zurück.

„In den Koalitionsverhandlungen setze ich mich dafür ein, dass wir gemeinsam daran arbeiten, das Lohnniveau weiter zu erhöhen.“

In den vergangenen zehn Jahren ist das Armutsrisiko mit Ausnahme Berlins in ganz Ostdeutschland gesunken. Genauso stark wie in MV fiel der Rückgang in Brandenburg aus. In den meisten alten Ländern hingegen stieg das Risiko, am stärksten in Nordrhein-Westfalen. Die gesamtdeutsche Gefährdungsquote lag im vergangenen Jahr bei 15,7 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als vor zehn Jahren. Laut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat das Armutsrisiko damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

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