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Auf Umwegen zur Lehrstelle

Rostock Auf Umwegen zur Lehrstelle

Im OZ-Telefonforum am morgigen Dienstag geben Experten Auskunft zu allen Fragen der Ausbildung. Derzeit sind mehrere hundert Stellen im Land noch unbesetzt.

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Christopher Sahinwas (17) macht eine Ausbildung bei der Rostocker Straßenbau-Firma Wahl.

Quelle: Frank Söllner

Rostock. Christopher Sahinwas wuchtet eine sperrige Flex aus dem Transporter und trägt sie auf die Baustelle. Plastikrohre müssen gesägt und verlegt werden. Nachher werden noch Steine angeliefert. Dann wird gepflastert.

„Handwerk bringt dich überall hin“: Mit diesem Slogan wirbt die Handwerkskammer bundesweit für Ausbildungsplätze. Christopher Sahinwas ist dem Ruf gefolgt. Gelandet ist er auf der Straße. Besser gesagt: beim Straßenbau. Er trägt eine schwarze Arbeitskluft mit dem silbernen Logo der Firma „Wahl Straßenbau“ aus Rostock. Pflastern macht dem 17-Jährigen besonders viel Spaß. Vor dem Spaß steht allerdings die Wahl eines Berufes. Und die ist nicht leicht getroffen. Grund genug, alle Fragen rund um Ausbildung und Berufswahl von Experten beantworten zu lassen: Beim Telefonforum der OSTSEE-ZEITUNG zum Thema Ausbildung stehen am morgigen Dienstag drei Experten Rede und Antwort.

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Sabine Hett

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In Unternehmen wie „Wahl Straßenbau“ ist Nachwuchs Mangelware. „Es bewirbt sich einfach niemand“, sagt Firmenchef Robert Wahl (33). Seit neun Jahren gibt es die Firma, seit vier Jahren wird ausgebildet. Im vergangenen Jahr hätte ein Azubi die Lehre abschließen können. Aber der junge Mann war nicht in der Lage, sein Ausbildungsbuch zu führen. Er wurde nicht zur Prüfung zugelassen, verschwand von der Bildfläche.

Der demografische Wandel ist bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen angekommen. 2008 wurden noch 14 339 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, im vergangenen Jahr waren es nur 8000.

Die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verzeichnet derzeit mehr als 300 freie Lehrstellen. Die Zeiten, in denen sich die jungen Leute um einen Ausbildungsplatz bewarben, sind vorbei. „Es sind mehr Stellen da als Bewerber“, sagt Thomas Drenckow von der Agentur für Arbeit. „Wir haben freie Stellen in fast 140 Ausbildungsberufen. Jeder, der eine Stelle will, bekommt auch eine.“ Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In Trendberufen wie Kfz-Mechatroniker oder medizinisch-technischer Fachangestellter sind die Chancen gering.

Entsprechend laut sind die Kampagnen, mit denen auf Azubi-Fang gegangen wird. Die Handwerkskammer betreibt „Schulmarketing“ mit Schüler- und Elterngesprächen oder Bildungsmessen, zählt Claudia Alder von der Handwerkskammer auf. Die Agentur für Arbeit ruft zur Woche der Ausbildung. Immer mehr kommen in Sachen Ausbildungsberuf auch die Gymnasiasten in den Blick. Denn fast jeder Zweite absolviert mittlerweile sein Abitur oder Fachabitur, konstatiert Claudia Alder. Gerade mit Blick auf die rund 2000 Handwerksbetriebe, die in den nächsten Jahren vor der Unternehmensnachfolge stünden, werden qualifizierte junge Leute für Führungsaufgaben gesucht. Außerdem brechen rund 25 Prozent aller Studierenden ihr Studium ab und suchen anderswo eine berufliche Perspektive.

Die Wege der jungen Leute sind manchmal unergründlich. Auch Christopher kam nicht geradewegs auf die Straße. „Ich habe eine Kochlehre angefangen“, erzählt er. „Aber das war nichts.“ Lehre abgebrochen und Suche neu begonnen. Pech für den Gastronomie-Betrieb, Glück für Robert Wahl, in dessen Firma Christopher nun lernt.

• www.oz-jobs.de

Welcher Beruf passt zu mir?
Wie finde ich den richtigen Beruf? Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen? Wer hilft mir bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz? Ich habe meine Lehre/mein Studium abgebrochen — wie geht es weiter?

Antworten auf diese und viele andere Fragen liefern Experten beim OZ-Telefonforum zum Thema „Ausbildungsplatzsuche“ am 1. April. Mit dabei: Sabine Hett, Berufsberaterin von der Agentur für Arbeit Rostock, Angela Budzisch von der Industrie- und Handelskammer Rostock und Frank Milbradt von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.



Rufen Sie an! Die Experten sind von 14 bis 16 Uhr unter ☎ 0381/36 51 00 erreichbar. Oder schicken Sie Ihre Fragen an: ozelot@ostsee-zeitung.de

 



Mathias Schümann

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