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Auf den Spuren des kulturellen Erbes

Schwerin/Binz Auf den Spuren des kulturellen Erbes

Von Prora bis Penkun – rund 280 Objekte locken am Tag des offenen Denkmals im Land

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Am kommenden Sonntag beim Tag des offenen Denkmals mit dabei: der 37-jährige Steinmetz Nico Nautsch aus der Hansestadt Rostock.

Quelle: Frank Söllner

Schwerin/Binz. An diesem Sonntag können Kulturinteressierte in Mecklenburg-Vorpommern wieder Blicke in selten geöffnete Denkmäler werfen und Musik im Denkmal-Ambiente genießen. Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals öffnen etwa 280 Denkmäler im Nordosten ihre Türen, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Koordinatorin der Aktion im Vorfeld mitteilte.

OZ-Bild

Von Prora bis Penkun – rund 280 Objekte locken am Tag des offenen Denkmals im Land

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Die feierliche Landesveranstaltung findet nach Angaben des Schweriner Bildungsministeriums mit Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) auf der Burganlage Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) statt.

Dort werde Bodendenkmalpfleger Hans Behn für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Friedrich- Lisch-Denkmalpreis geehrt.

Den mit 4000 Euro dotierten Preis erhält Behn unter anderem für wichtige Funde auf Spülfeldern von Baggerarbeiten an der Trebel sowie in einem Waldgebiet bei Gielow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Ihm sei auch die Entdeckung bronzezeitlicher Hortfunde bei Basedow und Zettemin (Mecklenburgische Seenplatte) zu verdanken. Eine lobende Erwähnung mit einem Preisgeld von 300 Euro erhält der Verein Peter-Weiss- Haus in Rostock.

Landesweit sind Besucher in 69 Denkmäler in Vorpommern, 34 in Schwerin und Rostock sowie mehrere hundert kulturhistorisch wichtige Objekte in Mecklenburg eingeladen. So können Interessierte unter anderem Führungen und Vorträge auf dem Alten Friedhof in Schwerin genießen. Die Anlage wurde nach Entwürfen des großherzoglichen Gartendirektors Theodor Klett landschaftlich gestaltet und im Jahre 1863 geweiht. In Nordwestmecklenburg können die Mühlenwerke Bad Kleinen und Schloss Neuhoff mit Reitpark besichtigt werden.

In Rostock stellt ein Verein die historische Mühlendammschleuse an der Warnow vor. In den kleinen Städten Neubukow und Kröpelin (Landkreis Rostock) werden die alten Bahnhöfe für Kunst geöffnet. An der Mecklenburgischen Seenplatte ist unter anderem die bedeutende Schlossanlage Basedow samt Marstall für Besucher geöffnet und es gibt Führungen im ehemaligen Ritterschloss von Ankershagen, das sonst geschlossen ist. Auf der Ostseeinsel Rügen öffnen mehrere Blöcke der nationalsozialistischen Hinterlassenschaft Prora bei Binz sowie das ehrwürdige Jagdschloss Granitz.

In der vorpommerschen Hansestadt Greifswald geben Fachleute Auskunft über die ehemalige Flugplatzsiedlung Ladebow. In Penkun gibt es Führungen im sonst nicht geöffneten St.-Georg-Hospital, einem Massivbau mit Krüppelwalmdach und Lehmwänden aus dem Jahr 1755. Das Gebäude ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und wird zur Senioren-Wohngemeinschaft umgebaut. Die Burganlage Löcknitz am Fluss Randow gehörte zur Grenzbefestigung zwischen Pommern und Brandenburg. Von der Burganlage sind die Ruine des Bergfrieds sowie Teile des Walls, der Ringmauer und Kasematten aus dem 15. Jahrhundert erhalten.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober daran. Die European Heritage Days wurden 1991 auf Initiative des Europarates begründet. Das Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren. Seit 1993 findet der Tag des offenen Denkmals jährlich am zweiten Sonntag im September statt.

• Alle Veranstaltungsorte: tag-des- offenen-denkmals.de/laender/mv/

Debatte um Greifswalder Dom

27 Jahre danach beschäftigen die Greifswalder heute die Nachwirkungen der Domsanierung. Als im Juni 1989 der Dom wiedereröffnet wurde, war mitten im Kirchenschiff – zusätzlich zum vorhandenen Hochaltar im Ostchor – ein zweiter Altar aufgestellt. Drum herum wurde das alte Gestühl kreisförmig gruppiert. Außerdem wurde das repräsentative Westportal verschlossen und im Inneren eine große Chorbühne davor installiert – unter anderem für die jährlich stattfindende Greifswalder Bachwoche. Seitdem gelangen die Besucher durch einen unscheinbaren Eingang an der Nordseite zuerst in einen Vorraum der Kirche und von dort über Eck ins Hauptschiff. Beide, Chorbühne und Mittel-Altar, wirken auf Dompfarrer Matthias Gürtler wie Fremdkörper. „Man spürt, das gehört so nicht“, sagt er und versucht, derzeit mit thematischen Abenden die Diskussion über eine erneute Umgestaltung des Innenraums wachzuhalten.

Winfried Wagner

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