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MV aktuell Auf der Suche nach Blut: Stechmücken fliegen wieder
Nachrichten MV aktuell Auf der Suche nach Blut: Stechmücken fliegen wieder
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02:29 27.04.2018
Erst piekst es, dann juckt es: Viele Menschen betrachten Stechmücken als Plagegeister. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Riems

Grill-Fans und Sonnenanbeter haben wohl schon ihre Bekanntschaft gemacht: Die ersten heißen Frühlingstage haben die Stechmücken aus ihrem Winterschlaf geholt. „Derzeit haben wir ein recht gutes Klima für Mücken: Es ist feucht und warm genug. Das sind fast optimale Bedingungen“, sagt Helge Kampen, Mückenexperte am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems. „Jetzt suchen die Tiere nach einem Blutwirt.“

Verrückte Hausmücken

Die Arten, die in Kellern oder Garagen den Winter überlebt haben, seien von dem plötzlichen Frühlingsbeginn nach dem langen Winter überrascht worden: „Die wussten gar nicht richtig, wohin und haben richtig verrückt gespielt“, sagt Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Diese Arten seien auch für die Attacken der vergangenen Tage verantwortlich.

Bei anderen Arten überwintern nur die Eier, die von den Weibchen in der Vorsaison so abgelegt werden, dass sie jetzt im Frühjahr in einer Pfütze schlüpfen können. Das habe dieses Jahr gut geklappt: „Es ist ja genug Wasser da“, sagt Walther. Diese Arten befänden sich jetzt im Wasser im Larven oder Puppenstadium. „Die nächste Generation Mücken wird dann in zwei bis drei Wochen unterwegs sein.“

Normales Niveau

Bislang sei das Vorkommen 2018 auf normalem Niveau. Ob es dieses Jahr noch zu einer Mückenplage kommen wird, ist nach Ansicht der Experten völlig offen. Das hänge vor allem vom Wetter ab: „Mücken mögen es warm und feucht. Wenn es im Sommer so aussieht, dann bekommen wir auch ein gutes Mückenjahr“, sagt Walther.

2017 sei so ein gutes Mückenjahr gewesen - zumindest aus Sicht der Mücken, erklärt Kampen. „Das sehen wir an den Einsendungen, die wir für den Mückenatlas bekommen.“ In den Atlas wird seit 2012 das Vorkommen verschiedener Arten verzeichnet. Dafür werden eingeschickte Exemplare untersucht und in eine Karte eingetragen.

Gefahr aus Asien

Ein Ergebnis für 2017: Die Asiatische Tigermücke und auch die Asiatische Buschmücke konnten noch nicht in MV nachgewiesen werden. Beide Arten gelten als potenzielle Krankheitsüberträger und werden unter anderem auf Frachtschiffen eingeschleppt. Infolge des Klimawandels wird befürchtet, dass sie sich langfristig in ganz Deutschland festsetzen könnten. Gerade die Buschmücke sei in Süddeutschland schon weit verbreitet, erklärt Kampen. „Wir gehen davon aus, dass sie in einigen Jahren auch MV erreicht.“

Vom großen Sterben verschont

Vom zuletzt vermeldeten großen Insektensterben scheinen die Stechmücken verschont gelieben zu sein. Letztes Jahr sorgte eine Studie für Aufsehen, wonach in den letzten 30 Jahren die Zahl der Fluginsekten um drei Viertel zurückgegangen sei. „Die meisten natürlichen Lebensräume der Mücken werden vom Menschen nicht so stark beeinflusst wie die anderer Insekten“, meint Kampen. So kämen sie auch nicht so stark mit Umweltgiften in Kontakt.

Axel Büssem

Aufgrund von Warnstreiks von Redakteuren und Druckern erscheint die OZ heute teilweise in verringertem Umfang und wird möglicherweise später zugestellt.

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