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Auschwitz-Prozess vor Scheitern

Neubrandenburg Auschwitz-Prozess vor Scheitern

Früherer SS-Sanitäter (96) ist laut Gerichtsgutachtern dement

Neubrandenburg. . Das Gerichtsverfahren gegen einen früheren SS-Sanitäter aus dem Konzentrationslager Auschwitz droht in Neubrandenburg endgültig zu scheitern.

 

OZ-Bild

Der Angeklagte Hubert Z. mit seinem Verteidiger Peter-Michael Diestel bei einer früheren Verhandlung in Neubrandenburg

Quelle: Foto: Wüstneck/dpa

Der Angeklagte Hubert Z. sei wegen fortschreitender Demenz nicht mehr in der Lage, seine Interessen vernünftig wahrzunehmen, seine Verteidigung angemessen zu führen und Erklärungen abzugeben oder entgegenzunehmen, teilte das Landgericht Neubrandenburg am Samstag mit. Zu diesem Ergebnis seien die als Sachverständige bestellten Psychiater in ihrem Gutachten gekommen.

Dem 96 Jahre alten Mann aus der Nähe von Neubrandenburg wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Er war laut Anklage im Spätsommer 1944 einen Monat als KZ-Sanitäter in Auschwitz-Birkenau tätig. In der Zeit kamen 14 Deportationszüge dort an.

Das Gutachten sei den Prozessbeteiligten zur Stellungnahme zugesandt worden, teilte ein Gerichtssprecher weiter mit. „Die Reaktion ist abzuwarten.“ Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren gestern zunächst nicht zu erreichen.

Das Gericht erklärte weiter, Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hätten Befangenheitsanträge teilweise zurückgenommen. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte Befangenheitsanträge gegen drei Richter der Schwurgerichtskammer und zwei andere Richter gestellt. Sie hatte die Besorgnis, „dass die Richter eine innere Haltung eingenommen haben, die es ausschließt, dass sie das Verfahren mit dem gebotenen und unverzichtbaren Maß an Neutralität führen“.

Der Prozess war bereits im Herbst 2016 einmal geplatzt. Das Landgericht wollte den Prozess mit Rücksicht auf die angeschlagene Gesundheit des Mannes 2015 gar nicht erst eröffnen. Das ordnete später aber das Oberlandesgericht in Rostock an.

Die Verteidigung hat stets eine Schuld ihres Mandanten bestritten. Hubert Z. war nach Kriegsende für seine SS-Tätigkeit schon in Polen zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die er auch verbüßt hat.

OZ

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