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Autofahrer in MV profitieren von niedrigen Unfallschäden

Autofahrer in MV profitieren von niedrigen Unfallschäden

Versicherer senken in mehreren Zulassungsbezirken die Regionalklassen / Ob die Prämien deshalb spürbar sinken, ist fraglich / Automobilclub AvD rät zum Feilschen

Rostock In Mecklenburg-Vorpommern profitieren besonders viele Autofahrer von den neuen Regionalklassen für die Kfz-Versicherung. Experten bezweifeln allerdings, dass die Prämien tatsächlich spürbar sinken werden – und raten dazu, notfalls um bessere Konditionen zu feilschen.

Zulassungsbezirk Haftpflicht-Klasse   Vollkasko-Klasse   Teilkasko-Klasse  
  (1-12) Änderung (1-9) Änderung (1-16) Änderung
Greifswald 4   2   8
Nordwestmecklenburg 1 4 11
Rostock (Land) 1 3 11
Rostock (Stadt) 2   2 8  
Rügen 3   6   12
Stralsund 2   2   7
Vorpommern-Greifswald 1 4   11
Vorpommern-Rügen 1 2 10
Wismar 1 2 10
= eine Stufe höher • = keine Veränderung = eine Stufe niedriger            

Was ändert sich in MV? Mit den neuen Regionalklassen, die gestern bekanntgegeben wurden, stehen drei Zulassungsbezirke im Nordosten bei den Haftpflichtprämien besser da als bisher:

Greifswald, Rostock und Stralsund. Auf Rügen und in Neubrandenburg müssen sich Autofahrer auf höhere Kosten einstellen (siehe Tabelle). Insgesamt sind die 832000 in MV zugelassenen Pkw eher günstig versichert. Für 7 der 13 Zulassungsbezirke gilt die günstigste Regionalklasse eins. Zwölf dieser Klassen gibt es. Sie fließen ein in die Prämienhöhe bei Haftpflicht, Voll- und Teilkasko.

Warum gibt es diese Unterschiede? Die Einteilung erfolgt nach der Schadensbilanz, erklärt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Versicherungen. Soll heißen: Je größer die Unfallschäden in einer Region in den vergangenen fünf Jahren ausfielen, desto höher die Regionalklasse. Ludwigslust-Parchim hat die niedrigste Schadensbilanz in Deutschland, sie liegt bei 71,6 Prozent des bundesweiten Durchschnitts. In den anderen Bezirken mit Klasse eins liegt sie unter 84,7 Prozent. Entscheidend für die Einordnung ist der Wohnort, nicht das Kennzeichen.

Was bringt eine günstigere Regionalklasse? Häufig gar nicht so viel, räumen selbst die Versicherungen ein. „Die Regionalklassen sind nur ein kleiner Faktor in einem Meer von Einstufungsmerkmalen“, sagt Thomas von Mallinckrodt, Pressesprecher bei der HUK-Coburg. Unzählige weitere Faktoren fließen in den Preis mit ein – das Alter von Fahrer und Auto gehören noch zu den nachvollziehbareren. Bald muss auch die Schuhgröße angegeben werden, lautet ein beliebter Witz in der Branche. Die Versicherungsprämien können trotz besserer Regionalklasse sogar steigen – weil der Versicherungsnehmer einen Unfall hatte, mehr fährt als vorher oder weil die Versicherung einfach ihren Grundtarif erhöht hat.

Lässt sich trotzdem Geld zu sparen? „Warum nicht verhandeln?“, sagt Herbert Engelmohr, Sprecher beim Automobilclub AvD. Wegen der niedrigen Zinsen seien die Versicherungen mehr als bisher auf Gewinne aus dem Kfz-Geschäft angewiesen und wollen ihre Kunden unbedingt halten. Mit etwas Glück könne man sich mit einem Anruf den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter sparen.

Gerald Kleine Wördemann

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