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Baby getötet: Mutter aus Waren gesteht vor Gericht

Neubrandenburg Baby getötet: Mutter aus Waren gesteht vor Gericht

Prozess nicht öffentlich / Gutachten am 27. Juni

Neubrandenburg. . Der Prozess gegen eine junge Frau, die sich in Neubrandenburg wegen Tötung ihres Neugeborenen verantworten muss, hat mit einem Geständnis begonnen. Die 32-Jährige räumte die Tat am Freitag vor der Schwurgerichtskammer ein, wie Gerichtssprecherin Tanja Krüske sagte. Die Anhörung habe rund zwei Stunden gedauert. Einzelheiten zu der Aussage könnten nicht genannt werden. Das Gericht hatte die Öffentlichkeit nach Verlesung der Anklage ausgeschlossen. Der 32 Jahre alten Frau aus einem kleinen Dorf bei Waren an der Müritz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) wird Totschlag vorgeworfen. Das Urteil soll wieder öffentlich verkündet werden.

Laut Anklage soll die alleinstehende Frau ihr Baby am 12. Dezember 2016 lebend in ihrer Wohnung zur Welt gebracht und dann getötet haben. Sie habe nach der Geburt die Nabelschnur durchtrennt, das Neugeborene dann abgelegt und gewürgt, sagte Staatsanwalt Stefan Gandert. Danach habe die Frau dem Kind ein Handtuch auf den Mund gelegt und es stark auf den Körper gedrückt. Dadurch sei es zu inneren Verletzungen wie einem Leberriss gekommen, woran das kleine Mädchen starb.

Nach Hinweisen aus dem Umfeld der arbeitslosen Frau hatten Ermittler vier Tage später die Wohnung durchsucht und die Leiche in einem Schrank im Schlafzimmer entdeckt. Der Freund der Frau und mutmaßliche Vater des Kindes soll von der Schwangerschaft gewusst haben. Welche Rolle er in dem Fall spielt, dazu äußerte sich die Gerichtssprecherin nicht. Der Mann wurde nach dem Geständnis der Angeklagten als Zeuge gehört.

Laut Psychiatrieexperten Frank Häßler aus Rostock gibt es bundesweit jährlich 140 bis 160 solcher Fälle. Meist befänden sich die Mütter in psychischen Ausnahmesituationen. Häßler wird sein Gutachten am 27. Juni vorstellen. Davon soll abhängen, ob die Frau voll oder vermindert schuldfähig ist. Ihre Verteidigerin Katja Schade hatte den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit damit begründet, dass ihre Mandantin psychische Vorerkrankungen gehabt habe.

Auf Totschlag steht eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren. Für den Prozess sind noch zwei Verhandlungstage geplant. Im Zentrum steht die psychische Verfassung der Frau zur Tatzeit.

Mit einem Urteil wird frühestens am 27. Juni, spätestens am 6. Juli, gerechnet.

Winfried Wagner

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