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Babyboom: Bei den Geburten holt MV auf

Rostock Babyboom: Bei den Geburten holt MV auf

Deutschlandweit werden mehr Kinder geboren – besonders der Osten holt auf

Rostock. Geringeres Einkommen, schwächere Wirtschaft: 26 Jahre nach der Wiedervereinigung hinkt der Osten Deutschlands dem Westen in vielen Bereichen noch immer hinterher. Doch bei der Geburtenentwicklung sind die großen Unterschiede jetzt vorbei. Das haben Forscher der Universität Halle herausgefunden. Ihrer Analyse zufolge haben die neuen Bundesländer von 2000 bis 2014 zwar sechs Prozent ihrer Einwohner verloren, doch die Geburtenzahl ist um fast 30 Prozent gestiegen – deutlich stärker als im Westen.

„Die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern verschwinden“, sagt Studienleiter Martin Klein. Positiv sei: Bundesweit steigt seit 2008 die Zahl der Geburten an. Diese Entwicklung kann laut Klein mehrere Ursachen haben. „Sie fällt in eine Zeit neuer familienpolitischer Maßnahmen, vor allem der Einführung des Elterngeldes 2007.“ Zum anderen könnten die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre dafür gesorgt haben, dass junge Menschen ihre Lebensentwürfe wieder verstärkt am Familienleben ausrichten und Kinder einen höheren Stellenwert bekommen. Dafür spreche auch, dass die Geburtenwende verstärkt in Städten zu beobachten ist, wo es bessere Möglichkeiten gibt, Familie und Beruf miteinander zu verbinden – zum Beispiel durch mehr Angebote bei der Kinderbetreuung.

Deutschlandweit haben die größten Zuwachsraten Dresden und Frankfurt am Main. Aber auch Rostock und Schwerin legen nach der Studie kräftig zu. In ganz MV haben im vergangenen Jahr 13298 Babys das Licht der Welt erblickt – 486 mehr als 2014. Im Rostocker Südstadtklinikum steigen die Geburtenzahlen kontinuierlich seit 2011. In diesem Jahr wird wieder ein neuer Rekord erwartet – mit mehr als 3200 Kindern. Auch in Stralsund und Greifswald gibt es mehr Neugeborene. Und: In der Greifswalder Uniklinik wird künftig noch mehr Kindergeschrei zu hören sein. Allerdings nicht, weil die Geburtenzahlen extrem gestiegen sind, sondern weil in Wolgast die Kinderstation des Kreiskrankenhauses geschlossen wurde und schwangere Frauen aus der Region nun nach Greifswald müssen. „Vom Babyboom der 60er-Jahre sind wir heute weit entfernt. Aber schauen wir uns die Zahlen der letzten 15 Jahre an, erkennen wir in vielen Regionen Deutschlands einen positiven Trend“, erklärt Forscher Klein. Und obwohl sich die Geburtenzahlen angleichen: Große Unterschiede zwischen Ost und West gibt es weiterhin beim Durchschnittsalter der Mutter. Bei der Geburt des ersten Kindes ist die Frau im Osten deutlich jünger als im Westen. In München liegt das Alter bei 31 Jahren, in Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern bei 25 Jahren. Auch die Familiengründung verläuft laut Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock grundlegend anders: Während die meisten Geburten im Osten nichtehelich sind (59 Prozent), ist deren Anteil in den alten Ländern nicht einmal halb so hoch.

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Kerstin Schröder

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