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Badesaison: Grabschende Flüchtlinge bleiben die Ausnahme

Wismar/ Badesaison: Grabschende Flüchtlinge bleiben die Ausnahme

An den Stränden und in Spaßbädern im Land registrierte die Polizei vereinzelte Fälle sexueller Belästigung / Deutsche Badekultur schockiert / 202 Beamte zusätzlich im Einsatz

Wismar/. Schwerin. Hitze, Wasser, knappe Kleidung: Was für einheimische Strand- oder Freizeitbadbesucher ganz normal ist, ist für einige Flüchtlinge im Land ein wahrer Schock. Das Aufeinandertreffen der Kulturen sorgt in der aktuellen Badesaison vereinzelt für Ärger.

In den vergangenen Wochen ist es mitunter zu sexuellen Übergriffen durch Migranten gekommen. Zuletzt sollen laut Aussagen der Wismarer Polizei ein 15-jähriger Iraker und ein 13-jähriger Syrer einer Frau im Spaßbad Wonnemar an die Brüste gegriffen haben. Bereits im April wurde hier ein ähnlicher Fall gemeldet. Zwei Mädchen – acht und 13 Jahre – sollen von einem 17-jährigen Syrer unsittlich berührt worden sein.

„Das ist ein Problem, was nicht nur unser Schwimmbad betrifft“, sagt Peter Spiekermann, Center-Manager des Wonnemars.

Das bestätigt Polizeisprecherin Isabel Wenzel. Im Landkreis Rostock seien zwei Fälle sexueller Übergriffe durch Migranten gemeldet worden. „Im Juni wurde eine 10-Jährige im Freibad Rühner See von einem 23-jährigen Syrer belästigt“, sagt Wenzel. „Anfang Juli wurde außerdem eine Frau von einem Albaner, der sie küssen wollte, am Strand von Kühlungsborn verfolgt.“ Auch im Rostocker Stadtteil Groß

Klein war es zu Übergriffen gekommen, bei denen Flüchtlinge als Täter verdächtigt wurden. Anfang Juli sollen drei Afghanen zwei 14-jährige Mädchen angetanzt und begrabscht haben. Zuletzt soll ein 14-jähriger Afghane eine 18-Jährige angegriffen haben.

Bundesweit mehren sich seit den vergangenen Monaten in den Medien Berichte zu sexuellen Vorfällen durch hauptsächlich junge, muslimische Flüchtlinge. Seit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln stehen sie vielerorts unter Generalverdacht. Es herrscht ein diffuses Gefühl der Angst und Unsicherheit. Rund 23000 Emigranten sind im vergangenen Jahr nach MV gekommen. Etwa 3200 waren es bis Februar in diesem Jahr.

„In der muslimischen Kultur haben Jungs kaum Kontakt mit dem anderen Geschlecht. Sie kennen eigentlich nur ihre Mutter, Oma oder ihre Tanten“, versucht sich Maher Fakhouri vom Islamischen Bund Rostock (IB) an einer Erklärung, warum gerade junge Flüchtlinge zu Grabschern werden. „Im arabischen Raum vermeiden es Jungs sogar, Frauen die Hand zu geben, weil dies unangemessen ist.“

Die Freizügigkeit in Freibädern oder am Strand seien sie folglich nicht gewohnt, so dass die Jugendlichen verunsichert, überfordert und irritiert wären. „Sie schätzen diese Art zu leben falsch ein.

Bikinis reduzieren ihrer Meinung nach Frauen auf Sexobjekte“, erklärt Fakhouri weiter. Deswegen würden sich manche das Recht zum Anfassen herausnehmen.

„Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel und wird auch innerhalb der muslimischen Gemeinde verachtet“, betont der 57-Jährige. Etwa 700 praktizierende Muslime zählt der Islamische Bund in der Hansestadt. Wie viele Muslime es im Land insgesamt gibt, ist nicht erfasst. 2014 war von etwa 4000 die Rede. Sich an Frauen zu vergehen, sei genauso ein Tabu im Koran wie das Trinken von Alkohol.

„Strafe muss sein. Die kulturellen Unterschiede dürfen nicht als Ausrede gesehen werden“, betont er.

Nach Aussagen von Marion Schlender, Sprecherin des Schweriner Innenministeriums, liegen aktuell keine Statistiken zu sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge vor. „Es gibt bislang keine auffälligen Vorkommnisse“, sagt sie. Zusätzliche 202 Landespolizisten sind in den Badeorten während der Saison im Einsatz. Die Beamten des Bäderdienstes sollen Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, Straftaten vorbeugen und eingreifen.

Auf der Insel Usedom zog die Polizei bislang eine positive Zwischenbilanz. Der Bäderdienst sei vorrangig mit Kindersuchen und Fahrraddiebstählen beschäftigt, sagte Sprecher Axel Falkenberg.

Auch in anderen Freizeitbädern des Landes ist es ruhig. Im Hansedom in Stralsund sei es trotz der Gruppen an jungen, ausländischen Männern, die das Schwimmbad besuchen, bislang zu keinen Vorfällen gekommen.

Ann-Christin Schneider

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