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Badewetter: Volle Strände – doch viele Rettungstürme bleiben leer

Warnemünde Badewetter: Volle Strände – doch viele Rettungstürme bleiben leer

Temperaturen bis 28 Grad am Wochenende / Erster Gäste-Ansturm der Saison an der Küste erwartet / Retter wegen Personalmangels nur an Hauptstränden / Ostsee noch relativ kalt

Warnemünde. Der Frühling dreht wieder auf: Das Wochenende wird warm, vielleicht sogar heiß, sollten morgen wie erwartet die 28 Grad geknackt werden. Die Rettungsschwimmer rechnen jedenfalls an der Küste und den Seen mit dem ersten Ansturm von Strandgästen. Doch die meisten ihrer Wachtürme bleiben vorerst noch geschlossen.

„Bisher sind wir nur an den Hauptstränden vertreten“, berichtet Thomas Powasserat von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In Rostock-Warnemünde seien beispielsweise elf der zwölf Türme nicht besetzt. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) überwacht zurzeit in ihren 26 Badeorten nur die wichtigsten Strandbereiche.

Grund der Spar-Besetzungen ist Personalmangel. Schüler und Studenten, die sich oft als Rettungsschwimmer etwas dazuverdienen, haben noch keine Ferien. „Außerdem macht sich der demografische Wandel bemerkbar“, berichtet Torsten Erdmann von der DLRG. Seit Jahren werde es zunehmend schwieriger, Ehrenamtler für den Einsatz zu gewinnen. „In der Vor- und Nachsaison kommt es immer wieder zu Personal-Engpässen“, ergänzt er. Vor allem „alte Hasen“ aus der Region würden in der Zeit die Menschen an Strand und Meer im Blick behalten.

Während der Hauptferienzeit stehen ausreichend Rettungskräfte zur Verfügung. „Dann ist es kein Problem mehr, alle Türme zu besetzen“, betont Erdmann. Im Juli und August seien auf 83 Türmen täglich 260 Rettungsschwimmer im Einsatz. Insgesamt sind es bis Mitte September rund 1500 DLRG-Helfer. Das DRK schickt in 13 Orten täglich 160 Rettungsschwimmer von 9 bis 18 Uhr an die Strände.

Rund 40 000 Euro lässt sich die Kurverwaltung Boltenhagen (Nordwestmecklenburg) jedes Jahr den Einsatz von bis zu 25 Rettungsschwimmern am Tag kosten. Zurzeit wird von ihnen aber auch nur der Hauptstrand an der Seebrücke bewacht. „Je nach Bedarf wird das Personal aufgestockt“, berichtet Kurdirektorin Claudia Hörl. Dabei spiele auch das Wetter eine Rolle. Bei den derzeitigen Wassertemperaturen zwischen zehn und 14 Grad „trauen sich nur wenige Leute in die Ostsee“.

Neben den Rettungsschwimmern tauchen in den beliebten Urlaubsregionen jetzt auch verstärkt Polizisten auf. 202 Beamte sind auf Streife für den sogenannten Bäderdienst unterwegs. Mit ihrer Präsenz sollen sie auf Campingplätzen, Uferpromenaden, an Stränden und bei Veranstaltungen Straftaten schon im Vorfeld verhindern. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg schickt die Kollegen vor allem auf die Inseln Rügen und Usedom. Schwerpunkt für das Polizeipräsidium Rostock ist Warnemünde. „Weil dort die meisten Menschen unterwegs sind“, erklärt eine Sprecherin.

Kerstin Schröder

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