Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Bahnhöfe nicht mehr sicher? Polizei fehlt Personal
Nachrichten MV aktuell Bahnhöfe nicht mehr sicher? Polizei fehlt Personal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:38 26.10.2017

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm: Es fehlt Personal bei der Bahnpolizei. Die Sicherheit „im bahnpolizeilichen Bereich“ – sie ist eine der Aufgaben der Bundespolizei – weist vor allem auf den Bahnhöfen in MV zusehends Lücken auf.

„Wir sind heute schon oft auf Unterstützung der Dienststellen der Landespolizei angewiesen“, bestätigt Stephan Lange, Vorsitzender der GdP Bundespolizei MV, gegenüber der OZ. Die notwendige Präventionsarbeit in allen Bereichen werde „häufig geopfert“ oder finde gar nicht mehr statt, kritisiert Lange. Deshalb fordere die GdP „mehr Personal und Dienstposten, damit die Bundespolizei ihre Aufgaben erfüllen kann“.

Immer öfter kommt es vor, dass ganze Bundespolizeireviere – in Wismar und Schwerin – mangels Personals zeitweise geschlossen werden müssten, ergänzt Daniel Emde, Vizevorsitzender der GdP Bundespolizei MV. Oder das Schweriner Revier konnte nur deshalb besetzt werden, weil das Wismarer Bundespolizeirevier temporär geschlossen wurde, dessen Personal etwa gerade für einen Einsatz im Bereich Ludwigslust gebraucht wurde. „Uniformierte Zugstreifen und Streifenfahrten in die ländlichen Bereiche sind Fremdworte geworden.“

Thomas Bölke, Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, räumt ein, dass es in diesem Jahr personelle Defizite gab. „Die derzeitige Verfügungsstärke der Bundespolizeidirektion für die bahnpolizeilichen Aufgaben führte dazu, dass es an wenigen Tagen zu kurzzeitigen Revierschließungen in MV kam.“

Ohne mehr Personal, schätzt Gewerkschafter Lange, habe man „wenig Chancen gegen illegale Migration oder grenzüberschreitende Kriminalität anzutreten“. Nach Angaben von Lange fehlen der Bundespolizei in MV „rund 150 Beamte – insbesondere auch für die Aufgabe Bahnpolizei“. Laut Lange werden die Beamten „integrativ eingesetzt“ – was bedeutet, sie nehmen sämtliche Aufgaben der Bundespolizei gleichermaßen wahr. Lange: „Die Kollegen im Überseehafen Rostock zum Beispiel überwachen nicht nur den grenzüberschreitenden Verkehr, sie sind auch am Hauptbahnhof Rostock eingesetzt, sofern dort Personal gebraucht werde.“

Selbst bei Kleinkriminellen stößt die Bundespolizei in MV zuweilen schon mal an ihre personellen Grenzen. So traf eine Bundespolizeistreife jüngst am Bahnhof Güstrow auf einen 22-Jährigen, der eine Hanfplatte bei sich hatte. Die Kontrolle eskalierte, als der Mann eine Beamtin beleidigte und die Streife von zwei weiteren Männern bedrängt wurde. Erst dank der zwei herbeigerufenen Streifen der Landespolizei konnte der Mann ins Revier geschafft werden.

Die Bürger hätten längst wahrgenommen, „dass sich die Bundespolizei im Nordosten rarmacht“. Das sei, obgleich die Bundespolizei MV das Beste gebe, „ein katastrophales Signal“, so Lange.

Seite 6

Jürgen Schultz

Mehr zum Thema

Mit 86 Jahren hat John le Carré noch viel Wut im Bauch. Der britische Schriftsteller wirft der Regierung in London Unfähigkeit vor und fordert zum Widerstand gegen US-Präsident Donald Trump auf, der eine Gefahr für westliche Werte sei.

23.10.2017

Der Schauspieler Charly Hübner hat eine Dokumentation über die linke Band Feine Sahne Fischfilet aus MV gedreht / Es ist auch ein Film über seine eigenen Wurzeln

25.10.2017

Im Supermarkt steht Kohl nur beim Gemüse, aber er steckt auch im Smoothie oder in Gemüsechips. Gerade Grünkohl hat sich in den vergangenen Jahren vom unliebsamen Wintergemüse zum angesagten Superfood gemausert. Doch was macht Kohl eigentlich so gesund?

25.10.2017

Der mögliche Betrug beim Bau der Hafenresidenz in Hohe Düne wird neu verhandelt.

26.10.2017

. Gerichtsvollzieher sollen wegen zunehmender Angriffe in MV künftig mit Sicherheitswesten ausgestattet werden.

26.10.2017

. Das Finanzvermögen der öffentlichen Hand ist im vergangenen Jahr bundesweit um 3,5 Prozent gestiegen – in Mecklenburg-Vorpommern um 9,7 Prozent.

26.10.2017
Anzeige