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Bahnverkehr: Grüne fordern mehr Züge

Schwerin Bahnverkehr: Grüne fordern mehr Züge

Gutachten stellt MV schlechtes Zeugnis aus: Lücken im Netz, hohe Kosten, Fehlplanung

Schwerin. Zu löchrig, zu schlecht abgestimmt, zu teuer: Experten stellen dem Zugverkehr in MV ein schlechtes Zeugnis aus. Im Auftrag der Grünen-Fraktion im Landtag präsentierte Michael Holzhey von der Firma ETC Transport Consultants aus Berlin gestern ein Gutachten über Hürden und Potenziale des Personenverkehrs. „Dem Land fehlt ein Masterplan“, sagt er. Durch Erhöhung von Takten, bessere Anbindung zwischen Zügen und neue Strecken könnte dies deutlich besser werden – ohne viel mehr zu kosten, so Holzhey.

Schienenverkehr wird hier verwaltet, nicht gestaltet.

Seit Jahren gibt es Stagnation.“Michael Holzhey,

Gutachter, ETC Transport Consultants GmbH

Als „bundesweites Kuriosum“ bezeichnet Holzhey, dass auf Hauptstrecken wie Hamburg – Schwerin – Rostock oder Berlin – Güstrow – Rostock nur alle zwei Stunden Regionalzüge fahren, während Nebenstrecken (Bergen – Binz, Rostock – Wismar) stündlich versorgt sind. Holzhey nennt dies ein „Angebot paradox“. Auf den wichtigsten Verbindungen mit vielen Fahrgästen müsse der Takt erhöht werden.

Dazu schlägt ETC neue Zugstrecken vor, die Löcher im Netz schließen sollen. Konkret: Rehna – Schönberg, Güstrow – Meyenburg, Parchim – Malchow, Ducherow – Swinemünde, Prerow – Barth. Auf diese Weise wäre ein Anstieg der Fahrgastzahlen um 48 Prozent möglich. In anderen Bundesländern sei es bereits gelungen, mit mehr Angeboten im Bahnverkehr auch die Akzeptanz zu erhöhen. Mit dem Tourismus biete sich ein großes Potenzial in Mecklenburg-Vorpommern. Voraussetzung: gute Anbindungen an Knotenpunkten. Langfristig müsse dies nicht zwangsläufig mehr als die 185 Millionen Euro kosten, die MV derzeit pro Jahr für Zugverbindungen ausgibt. Parallel müsse das Land in Infrastruktur investieren und sollte bei Transportunternehmen für mehr Wettbewerb sorgen.

Die Grünen sehen sich bestätigt: „Der Bahnverkehr in unserem Land bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück“, so Fraktionschef Jürgen Suhr. Gefordert seien bessere Anbindungen und mehr Effizienz. Pro Zugkilometer zahle des Land 10,88 Euro; im Bundesschnitt sind es 9,87 Euro. Das Thema solle nun im Landtag auf den Tisch. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) reagiert verhalten auf die Kritik. „Das Angebot stützt sich auf die Leitlinien des noch gültigen Landesverkehrsplans, der mit dem Integrierten Landesverkehrsplan fortgeschrieben werden soll“, sagt eine Sprecherin. Ferner gebe es einen Integralen Taktfahrplan, der überarbeitet werde. Inklusive Fernverkehr – also Intercity-Züge – gebe es auch auf Hauptstrecken bereits Verkehr im Stundentakt. Ab Dezember 2019 komme auf der Strecke Rostock – Berlin – Dresden ein IC hinzu. An weiterer „Verdichtung“ werde gearbeitet. Ob und wie sich Fahrgastzahlen bei mehr Zügen wirklich erhöhen, sei schwer vorhersehbar.

Bahnhöfe werden umgebaut

3 kleine Bahnhöfe in Mecklenburg-Vorpommern sollen mit Millionenaufwand wiederhergerichtet und umgebaut werden, kündigt Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) an. Es handelt sich um die Bahnhöfe in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald), Rostock-Bramow und Groß Kiesow bei Greifswald.

2,4 Millionen Euro betragen die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Umbauten nach Angaben des Schweriner Verkehrsministeriums. Bund und Land werden jeweils die Hälfte der Kosten tragen. Die Fertigstellung ist nach jetzigem Stand für 2018 vorgesehen.

Frank Pubantz

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