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MV aktuell Banken in MV schrauben Konto-Gebühren hoch
Nachrichten MV aktuell Banken in MV schrauben Konto-Gebühren hoch
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00:01 16.09.2016
Mathias Paulokat, Sprecher Commerzbank

Schluss mit kostenlosen Girokonten: Kunden von Banken und Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich künftig auf Gebühren für die Kontoführung einstellen.

Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) werde es „in einigen Jahren praktisch nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben“. Als Gründe werden unter anderem die historisch niedrigen Zinsen genannt, wodurch den Instituten die Zinserträge wegbrechen.

Zuletzt hatte die Postbank angekündigt, ihr Angebot an kostenlosen Girokonten zurückzuschrauben. So verlangt das Unternehmen für sein Konto Giro plus ab November eine Gebühr von 3,90 Euro pro Monat – bislang war das Konto ab einem monatlichen Geldeingang von 1000 Euro kostenfrei. Die Postbank betreibt im Nordosten 18 Finanzcenter (rund 120 Mitarbeiter).

Die gesamte Bankenlandschaft sei in Bewegung geraten, sagt das Vorstandsmitglied der Ostseesparkasse Rostock (Ospa), Karsten Pannwitt: „Die Niedrigzinsen belasten die Sparer genauso wie die Banken und uns.“ Die Ospa hatte Ende vergangenen Jahres die Gebühren für das Konto Giro Inklusiv um 2,49 Euro auf jetzt 6,99 Euro pro Monat angehoben. Kostenfrei bleiben – wie bei den meisten anderen Geldinstituten – reine Online-Konten sowie Konten für junge Leute. Insgesamt führt die Ospa 165000 Konten.

Um Kunden die Erhöhungen schmackhaft zu machen, berufen sich Geldinstitute gern auf diverse Zusatzleistungen. So bietet etwa die Hypo-Vereinsbank, die im Juli die Preise anhob, kostenlose SMS-Nachrichten, wenn das Guthaben unter eine bestimmte Höhe sinkt. Die Ospa wirbt mit kostenloser Kreditkarte.

„Dienstleistung kostet nun mal Geld“, sagt ein Sprecher der Volks- und Raiffeisen-Banken (VR) in MV. Bei den VR-Banken – neun Geschäftshäuser im Nordosten mit insgesamt rund 300000 Girokonto-Kunden – liegen die Kosten je nach Modell zwischen 3,90 und 7,90 Euro pro Monat, für Mitglieder einen Euro weniger.

Vergleiche zwischen den Angeboten sind schwer zu ziehen. Je nach Geldinstitut gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle. Die Leistungen reichen beispielsweise von Bankingterminal-Nutzung, monatlichen Auszügen, beleglosen Buchungen oder Karten-Service bis zu mobilen Apps. Bei der Deutschen Bank kosten die verschiedenen Modelle zwischen 4,99 und 9,99 Euro. Änderungen sind laut einem Sprecher aktuell nicht geplant.

Einen anderen Weg geht die Commerzbank – und hält am kostenlosen Girokonto fest. Voraussetzung ist ein monatlicher Geldeingang von 1200 Euro. „Unsere Antwort auf die niedrigen Zinsen heißt mehr Geschäft durch Wachstum“, erklärt Sprecher Mathias Paulokat. Im Bundesvergleich wachse die Commerzbank in MV derzeit „besonders stark“. So habe das Unternehmen im Nordosten allein im vergangenen halben Jahr mehr als 1000 neue Kunden gewonnen. Aktuell zählt die Commerzbank den Angaben zufolge in den 13 Filialen in MV rund 57500 Kunden, die Girokonten nutzen.

Neues Gesetz soll Kontowechsel erleichtern

12 Arbeitstage darf ein Kontowechsel künftig nur noch maximal dauern. Das besagt ein neues Gesetz, das am 18. September 2016 in Kraft tritt.

Nach Angaben der Commerzbank, die mit einem kostenlosen Girokonto um Neukunden wirbt, überlegt mehr als die Hälfte der Deutschen, ihr Bankkonto zu wechseln. Das hätten Umfragen ergeben. Allerdings setze nur jeder Fünfte dass Vorhaben auch um. Der Grund dafür sei, das viele Bankkunden sich vor einem zu hohen organisatorischen Aufwand scheuten.

Das neue Gesetz verpflichtet die alte Bank des Kunden, u. a. kurzfristig alle regelmäßigen Buchungen des Kunden, wie Daueraufträge und Lastschriften, an die neue Bank zu übermitteln.

Axel Meyer

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