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MV aktuell Banker: Harter Brexit belastet Handel mit Großbritannien
Nachrichten MV aktuell Banker: Harter Brexit belastet Handel mit Großbritannien
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00:00 24.03.2017
Schwerin/Berlin

Nach den fortdauernden Handelsbeschränkungen im Warenaustausch mit Russland drohen nach Ansicht des Ostdeutschen Bankenverbandes nun Protektionismus und Brexit die Exportchancen auch von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern massiv zu schmälern. „Daher beobachten wir aktuelle Entwicklungen, die zu mehr Handelsbarrieren oder Marktabschottung führen könnten, mit Sorge“, sagt der Vorstandsvorsitzende Jörg Frischholz. Namentlich nannte der Verbandschef die USA und Großbritannien. Beide Länder hätten im Vorjahr zusammen acht Prozent der Warenexporte aus MV aufgenommen.

Mit einem Exportanteil von fünf Prozent sei das Vereinigte Königreich einer der wichtigsten Auslandsmärkte für Firmen im Nordosten gewesen – 2016 gingen Waren im Wert von 369 Millionen Euro Richtung Insel auf Reisen, Platz drei beim MV-Export. Bei einem „harten Brexit“ und dem Ausscheiden aus dem EU-Binnenmarkt drohten erhebliche Probleme im Warenverkehr. Die USA, bei denen auch eine Verschlechterung des Marktzugangs zu befürchten sei, stünden im Ranking der Export-Zielregionen mit einem Anteil von drei Prozent auf Rang elf.

Frischholz fordert Wirtschaft und Politik in MV auf, sich aktiv in die Debatte um Abschottung und Protektionismus einzubringen und für ein „konstruktives internationales Miteinander“ zu streiten.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Vorjahr mit dem zweitbesten Ergebnis im Außenhandel seit 1990 abgeschlossen. Insgesamt wurden Waren im Wert von 12,6 Milliarden Euro mit anderen Ländern ausgetauscht, nur 2015 waren es mehr (13,4 Milliarden). Unterm Strich habe es im Vorjahr einen Exportüberschuss von 1,8 Milliarden Euro gegeben, teilt die Staatskanzlei mit. 2015 waren es 2,6 Milliarden.

Die wichtigsten Außenhandelspartner für den Nordosten waren im Jahr 2016 exakt die wie 2015. Ganz oben im Ranking stehen die Niederlande, mit denen MV Waren im Wert von knapp 1,3 Milliarden Euro austauschte. Es folgen Polen (1,1), Dänemark (740 Millionen), Finnland (707) und Russland (642). Wichtigste Exportpartner sind die Niederlande (778 Millionen Euro), Polen (532) und Saudi-Arabien (412). Beim Import liegen Polen (545), Finnland (529) und die Niederlande (495) vorn.

Einen Einbruch gab es beim Export nach Russland. Lieferten Unternehmen von hier 2015 noch Waren im Wert von 311 Millionen Euro ins Riesenreich am Ural, brach der Absatz 2016 auf die Hälfte – 154 Millionen – ein. Ein schlechtes Zeichen, findet Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock. Er wirbt seit langem für eine Aufhebung der EU-Sanktionen gegenüber Russland.

„Wir können nur auf Dialog setzen.“ Man dürfe Russland „nicht ewig ausschließen“, so Madsen. „Das wäre am Ende fatal für viele Firmen.“

Auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) spricht sich immer wieder für ein Ende der Sanktionen aus. Im September reist er mit Unternehmern nach Russland.

fp

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