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MV aktuell Das Ende des Ersten Weltkriegs
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15:30 11.10.2018
Paul Adolf Seehaus (1891-1919), „Die neuen Mächte“, 1915, ithographie Quelle: LETTER Stiftung, Köln
Güstrow

In ihrer letzten Sonderausstellung in 2018 erinnert die Ernst Barlach Stiftung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Der umfangreiche Nachlass des Bildhauers Ernst Barlach (1870-1938) in Güstrow verdeutlicht mit bedeutenden Werken auch die Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen. Nach anfänglicher Kriegsbegeisterung wandelte sich Barlach zum entschiedenen Gegner von Krieg und Gewalt.

Barlach beteiligte sich 1914 und 1915 an der Zeitschrift „Kriegszeit“, die sein Verleger Paul Cassirer herausgab. Sie gehört zu den bekanntesten Künstlerflugblättern, die von 1914 bis 1916 erschienen. Mit etwa 250 Lithographien gehört die „Kriegszeit“ zu den umfangreichsten Künstlerflugblättern, in der vor allem Künstler von Cassirers Kunstsalon und Verlag mitarbeiteten. August Gaul mit 52 und Max Liebermann mit 26 Beiträgen steuerten die meisten Lithographien bei, Ernst Barlach liegt mit 11 Arbeiten im mittleren Feld. Durch die wöchentliche Erscheinungsweise war das Künstlerflugblatt in der Lage, auf politische Tagesereignisse und die Entwicklungen des Kriegsgeschehens kurzfristig einzugehen, über die in den Tageszeitungen und Extrablättern berichtete wurde. Dies zeigt sich vor allem in den Lithographien August Gauls, der in Form der Tierallegorie unmittelbar auf das aktuelle Geschehen reagierte.

Die meisten Künstler und Schriftsteller bedienten sich verbreiteter Stereotypen in Text und Bild. Diese populäre Form der Propaganda, die auf Vorurteilen, festgefügten Weltbildern und fragwürdigen Kausalzusammenhängen aufgebaut ist, fand sowohl bei den Urhebern als auch beim Publikum großen Zuspruch. Die kunstpropagandistische Botschaft richtet sich nicht mehr an einen regionalen oder durch Interessen begrenzten Adressaten, sie richtet sich an das gesamte deutsche Volk, in dem es die Künstler in einer Art von intellektuellem Schulterschluss zum gemeinsamen Handeln zusammenbindet. Dieser sollte einen gesellschaftlichen Konsens suggerieren, der in dieser homogenen Form nicht vorhanden war.

Neben dem 1896 gegründeten „Simplicissimus“ und dem offensichtlich nur 1915 in Berlin erschienenen „Wieland“ sowie dem „Zeit-Echo“ gab es weitere Künstlerflugblätter, u. a. „Kriegsbilderbogen Münchner Künstler“, „Krieg und Kunst“, „Münchner Kriegsblätter“, „Kärntner Kriegsbilderbogen“ und „Bunte Kriegsbilderbogen“.

In diesen propagandistischen Künstlerflugblättern war wenig von den Schrecken des Krieges zu sehen, die Francisco de Goya in seinen „Desastres de la Guerra“ (1810-14) dargestellt hatte. Die unmissverständliche Position, sich gegen den Krieg im Bild zu artikulieren, die nach 1918 vor allem von George Grosz und Otto Dix bezogen wurde, ist in der „Kriegszeit“ nicht zu erkennen. Heute gelten Cassirers Künstlerflugblätter „Kriegszeit“ und „Der Bildermann“ als die wichtigsten, an denen sich zudem ein ideologischer Wandel, der sich vor allem durch die Biographie der Herausgeber und durch die veränderte Einstellung der Künstler zum Krieg nachvollziehen lässt.

Die Ausstellung „Der Große Krieg im Kleinformat – Graphik- und Medaillenkunst zum Ersten Weltkrieg“ zeigt 22 Plastiken von Ernst Barlach, Rudolf Belling (1886-1972), Richard Scheibe (1879-1964) und anderen, z.T. weniger bekannten Bildhauern und erweitert den Blick auf dieses Phänomen durch das Medium der Medaille bei Ludwig Gies (1887-1966). Über 150 Künstlergraphiken und Künstlerflugblätter von Barlach und anderen zeitgenössischen Künstlern belegen eindringlich, wie diese Mittel der Kunstpropaganda, die kurzfristig auf die historischen Ereignisse reagieren konnten, in massenhafter Verbreitung die Wahrnehmung des Krieges prägten. Aus Sicht bildender Künstler wird der Erste Weltkrieg in thematischen Gruppen als epochales Weltgeschehen ins Bild gesetzt.

Ausstellung vom 13. Oktober 2018 – 24. März 2019 im Barlach-Museum Ausstellungsforum-Graphikkabinett am Heidberg. eröffnung am 13. Oktober um 15:00 Uhr

OZ

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