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Behörde lässt kranken Flüchtlingsjungen (3) auf OP warten

Rostock Behörde lässt kranken Flüchtlingsjungen (3) auf OP warten

Ein kranker Junge muss um jeden Atemzug kämpfen, weil sich eine Behörde anscheinend viel Zeit mit dem Okay für die nötige OP ließ.

Rostock. Ein kranker Junge muss um jeden Atemzug kämpfen, weil sich eine Behörde anscheinend viel Zeit mit dem Okay für die nötige OP ließ. Der Dreijährige ist ein Flüchtlingskind aus Syrien, lebt derzeit in „Karls Erlebnis-Dorf“ bei Rostock. Er leidet unter stark vergrößerten Gaumen- und Rachenmandeln, kann kaum schlucken und noch schlechter schlafen. „Er hat nachts große Atemaussetzer und muss dringend operiert werden. Aus meiner Sicht besteht Lebensgefahr“, schildert sein behandelnder Arzt, Thomas Maibaum. Er habe seinen kleinen Patienten an die Uni-Klinik Rostock überwiesen. Doch bevor deren HNO-Spezialisten das Kind behandeln könnten, müsse erst das zuständige Amt für Soziales und Gesundheit beim Kreis Rostock den Überweisungsschein absegnen. Nur dann kann die Klinik die OP später abrechnen.

 

OZ-Bild

Arzt Dr. Thomas Maibaum aus Rostock

Quelle: Cornelius Kettler

Auf den Behördenstempel aber mussten Patient und Ärzte knapp eineinhalb Wochen warten. Dabei hätte dem Amt ein Tag genügen müssen, um die Überweisung zu genehmigen, kritisiert Dieter Kreye, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung MV. Dass Flüchtlinge mit Facharzt-Überweisung von Ämtern auf die Geduldsprobe gestellt werden, sei landesweit schon öfter vorgekommen.

Im Kreis Rostock aber sei das Problem „massiv“, kritisiert Kreye.

Der Kreis weist den Vorwurf vehement zurück. Fälle, in denen Flüchtlinge länger auf eine Bearbeitung hätten warten müssen, seien die „absolute Ausnahme“, betont Sprecher Michael Fengler. Nur sechs der derzeit 2750 Asylsuchenden im Kreis seien bisher davon betroffen gewesen.

Der Flüchtlingsjunge kann kommende Woche operiert werden. Die Kostenzusage für die Behandlung liege inzwischen vor, teilte der HNO-Klinik-Direktor Robert Mlynski gestern mit.

Künftig müssten die zuständigen Behörden schneller arbeiten, fordert Dieter Kreye. „Es darf nicht sein, dass Patienten warten müssen, weil es in Ämtern personelle Engpässe gibt.“ Denn ärgerlich seien Verzögerungen nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für Ärzte wie Thomas Maibaum. Sie würden die Flüchtlinge zusätzlich zu ihrer Praxisarbeit betreuen. „Wir sind froh, dass wir engagierte Kollegen haben, die den Gesundheitsämtern Arbeit abnehmen. Ihnen darf man nicht noch Knüppel zwischen die Beine werfen. “

Von ab

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