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MV aktuell Bei Hitze auf das Anfüttern verzichten!
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00:00 11.08.2018
Rostock

Die Hitze macht auch den Fischen – gerade in den kleinen und flachen Gewässern – zu schaffen. Welche Fischarten besonders betroffen sind und welche Konsequenzen sich für Angler ergeben, darüber sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit dem Diplom-Biologen Kilian Neubert (35). Er ist im Landesanglerverband für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig.

Diplom-Biologe Kilian Neubert vom LAV Quelle: Foto: Archiv

Die hohen Wassertemperaturen verursachen bei Fischen Hitzestress. Was macht den wechselwarmen Tieren besonders zu schaffen?

Kilian Neubert: Der Sauerstoffmangel. Je höher die Temperatur ausfällt, umso weniger Sauerstoff ist im Wasser gelöst. Folglich gestaltet sich die Sauerstoffaufnahme der Fische schwieriger, sprich deren Atmung. Es ist vergleichbar mit dem Bergsteiger, der den Gipfel erklimmt: Die Luft wird immer dünner und das Atmen fällt immer schwerer. Zusätzlich steigert die hohe Temperatur den Stoffwechsel der wechselwarmen Tiere. Dadurch verbrauchen sie mehr vom ohnehin schon knappen Sauerstoff – ein Teufelskreis.

Welche Fischarten sind besonders betroffen?

Fischarten, die viel Sauerstoff benötigen. Dazu zählen besonders Vertreter der Salmoniformes, also der Lachsartigen, zum Beispiel Forellen und Maränen. Entscheidend sind die Bedingungen direkt vor Ort. Bei einer Hitzeperiode wie gegenwärtig haben auch robustere Fische, wie Vertreter der Karpfenartigen (Plötz, Brassen & Co.), große Probleme.

Warum kommen beispielsweise Karpfen mit der Wärme gut klar?

Jede Fischart hat ein Sauerstoff-Optimum, quasi den Wohlfühlbereich, und ein Sauerstoff-Minimum, also die unterste Grenze, die zum Überleben nötig ist. Sehr robust in Bezug auf den Sauerstoffgehalt sind beispielsweise Karpfen, Karauschen und Schleie.

Was sollten die Angler in diesen Tagen besonders beachten?

Bitte nicht anfüttern! Das eingebrachte Futter wird nämlich von den Fischen oft verschmäht. Denn Folgen des geringen Sauerstoffgehalts sind das Einstellen des Fressens und eine geringere Aktivität. Mikroorganismen zersetzen dann das Futter. Dazu wird Sauerstoff benötigt. Somit wird die lebenswichtige Ressource für die Fische weiter verknappt. Auch sollten die Fische so wenig wie möglich beunruhigt werden, da Fluchtreaktionen unnötig Sauerstoff verbrauchen.

Welche Gewässermerkmale sind Hinweise auf ein Fischsterben?

Fische treiben an der Oberfläche, die Tiere schnappen nach Luft beziehungsweise wirken lethargisch. Aber auch eine übermäßige Krautentwicklung und Algenwachstum sind entsprechende Alarmzeichen.

Wer sollte informiert werden, und wie sind toteTiere zu entsorgen?

Die Wasserschutzpolizei oder die Untere Wasserbehörde des Landkreises sowie der Pächter bzw. Besitzer des Gewässers sollten sofort in Kenntnis gesetzt werden. Für die Entsorgung der toten Fische sind die Abfallbehörden des zuständigen Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt verantwortlich.

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