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Bei Rot über die Ampel: Grüne fordern Pfeil für Radler

Rostock Bei Rot über die Ampel: Grüne fordern Pfeil für Radler

Fahrradlobby in MV unterstützt Vorschlag / ADAC befürchtet steigendes Unfallrisiko

Rostock. Die Grünen im Bund wollen Deutschland zur Radfahrer-Nation machen. Dafür fordern sie einen grünen Pfeil, der Radlern an roten Ampeln das Rechtsabbiegen erlaubt, wenn es der Verkehr zulässt. In MV stößt das auf geteiltes Echo. Die Zweirad-Lobby ist dafür, Polizeigewerkschaft und ADAC treten auf die Bremse.

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Jeder Zweite für den Pfeil

53 Prozent der Deutschen würden es begrüßen, wenn Radler trotz Rot rechts abbiegen dürften. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Demnach sind es eher die Älteren, die sich für eine Änderung des Status quo aussprechen: 59 Prozent der Über-60-Jährigen wären dafür, 48 Prozent dagegen.

Bislang droht Radfahrern ein Bußgeld bis zu 180 Euro und mindestens ein Punkt in der Verkehrssünderkartei, wenn sie bei Rot über eine Kreuzung radeln. Der grüne Pfeil soll das ändern. Wo er installiert wird, müssten die Kommunen entscheiden dürfen, fordern die Grünen. Steffen Burkhardt, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), hält so ein Sonderzeichen für sinnvoll. Es würde den Verkehrsfluss verbessern und für mehr Gleichberechtigung sorgen. „Wir wollen dasselbe Recht, das Autofahrern bereits zugestanden wird.“ Der Pfeil könne gerade in Städten dazu beitragen, dass mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsatteln. „Genau das wünschen wir uns ja.“ An besonders stark frequentierten Ampeln ließen sich mit grünen Pfeilen Zweirad-Staus vermeiden, ergänzt ADFC-Landesvize Martin Elshoff. Denn oft müssten Radler stoppen, obwohl sie abbiegen könnten, ohne dabei Fußgängern oder Autofahrern in die Quere zu kommen. Außerdem wäre der Pfeil gut für jene, die gern bequem von A nach B kommen. Schließlich würde das Zeichen überflüssiges Absteigen und Anfahren unnötig machen.

Der ADAC hingegen lehnt den Vorstoß der Grünen ab. „Mit modernen Ampelanlagen und Verkehrssteuerungssystemen lässt sich der Verkehr für alle Teilnehmer besser beschleunigen“, sagt Sprecher Hans Duschl. Die zusätzlichen Pfeile würden mehr Verwirrung stiften als helfen, weil sie den Schilderwald weiter verdichten würden. Duschl bezweifelt, dass gerade Kinder dann noch die Übersicht behalten könnten. Durch den Pfeil würden sie geradezu animiert, bei Rot zu fahren. Auch der grüne Pfeil für Autofahrer habe die Verkehrssicherheit nicht verbessert.

Deshalb ist auch Christian Schumacher, Landeschef der Polizeigewerkschaft GdP, gegen den Radler-Pfeil. „Damit würden wir geltende Regeln aushebeln und zusätzliche Gefahrenquellen schaffen“, warnt er. „Wir haben so schon viel zu viele Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind – nicht selten mit tödlichem Ausgang.“ Sinnvoller als der Pfeil wäre daher mehr Prävention, damit sich jeder an die Vorschriften halte, sagt Schumacher.

Der ADFC indes glaubt an den Erfolg des freien Rechtsabbiegens. In Ländern wie den Niederlanden habe es sich bewährt. Dort ist es Radlern auch erlaubt, an Kreuzungen ohne Rechtsabbiegemöglichkeit bei Rot geradeaus weiterzufahren. Gleiches wünscht sich der ADFC für Deutschland. „Man muss natürlich immer auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen“, sagt Burkhardt.

Antje Bernstein

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