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Beispiel Lubmin: So wird ein Kernkraftwerk stillgelegt

Lubmin Beispiel Lubmin: So wird ein Kernkraftwerk stillgelegt

Japanische Politiker informieren sich über Rückbau.

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Der Bürgermeister von Lubmin, Axel Vogt (M., CDU), gestern beim Gruppenfoto mit japanischen Politikern in Lubmin.

Quelle: Stefan Sauer

Lubmin. Mehr als zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima haben sich japanische Politiker und Vertreter der Anti-Atombewegung am Standort des früheren Atomkraftwerks Lubmin bei Greifswald über den Rückbau des Atommeilers und die Folgen des Strukturwandels informiert. „Die Erfahrungen in Lubmin machen Mut“, sagte der Abgeordnete des Stadtparlamentes von Kashiwazaki, Toshiyuki Iizuka, gestern nach Gesprächen mit Vertretern der Energiewerke Nord und der Gemeinde.

In der Nähe der 90 000 Einwohner zählenden Stadt an der Westküste der Insel Honshu steht Japans größtes Atomkraftwerk. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde der Meiler vom Netz genommen. Geht es nach dem Willen von Iizuka, dann soll das so bleiben. Doch im Stadtparlament gehört er mit dieser Meinung zur Minderheit. Weil vollkommen offen ist, ob das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa stillgelegt wird, wollen die Stadtparlamentarier und die Vertreter des Citizen's Nuclear Information Center in Tokio mit den Informationen aus Lubmin um Zustimmung in ihrer Heimat werben. Hier, in Lubmin, ist der Atomausstieg seit 23 Jahren Realität. 1990 wurde das größte DDR-Kraftwerk vom Netz genommen. Seitdem läuft der milliardenschwere Rückbau.

Der Abriss gelte in Japan „als das Wunder von Lubmin. Wir wollen für Japan das Wunder von Kashiwazaki werden“, so Koyama.

Der Bürgermeister Lubmins, Axel Vogt (CDU), spricht von gestiegenen Einwohnerzahlen seit 1990, hoher Nachfrage nach Baugrundstücken und 260 kleinen und mittelständischen Betrieben, die sich um die Gemeinde angesiedelt haben. Dennoch: Der Rückbau eines Akw ist mit enormen wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen verbunden. 1989 arbeiten in Lubmin 15 000 Menschen. Mit der Abschaltung kamen die Massenentlassungen. Ziel sei es gewesen, einen Teil der 5000 Arbeitsplätze zu retten. Trotzdem musste zwischen 1991 und 1993 rund 3000 Mitarbeitern gekündigt werden.

OZ

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