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Berliner prüfen Einschlüsse aus Ribnitz

Ribnitz-Damgarten/Berlin Berliner prüfen Einschlüsse aus Ribnitz

Die Bernstein-Inklusen wurden mit einem Mikro-CT durchleuchtet

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Ribnitz-Damgarten/Berlin. Kennen Sie den Kinofilm „Jurassic Park“? Dann wissen Sie ja auch, wie die eigentlich ausgestorbenen Dinos in der filmischen Neuzeit wieder zum Leben erweckt wurden. Aus genetischem Dinosaurier-Material, das prähistorische Mücken abgesaugt haben, die in Bernstein eingeschlossen waren. So wurden die Urviecher gezüchtet. Das Deutsche Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten und das Naturkundemuseum in Berlin wagen sich gerade auf einen ganz ähnlichen Pfad. Dass daraus tatsächlich Stego-, Tyranno- oder Brachiosaurier entstehen, ist zwar eher unwahrscheinlich. Dennoch sollen die vor Kurzem gestarteten Untersuchungen einen Einblick in eine Welt vor unserer Zeit geben.

„Wir sind extra nach Berlin gefahren und haben unsere schönsten Stücke mitgenommen“, sagt Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Ribnitz-Damgartener Bernsteinmuseums. Das waren sogenannte Inklusen, wie sie in der Ausstellung des Museums vielfach zu finden sind. Diese Einschlüsse enthielten beispielsweise einen Gecko-Kopf oder -Schwanz oder auch Insekteneier.

Im Berliner Naturkundemuseum wurden die Bernsteine schließlich durchleuchtet. Erstellt wurde ein 3D-Modell des Steins und dessen Inhalts. Genutzt wurde dafür die Technik der Computer-Tomographie (CT), wie sie auch bei medizinischen Untersuchungen für Menschen angewandt wird. Ob die Funde tatsächlich aus der Dino-Zeit stammen, sei schwierig zu ermitteln, da der Bernstein nicht datierbar sei, so Attula. Die Forscher folgen aber einem biologischen Ansatz, wollen die Arten der Tiere bestimmen.

Der Kontakt ist über das Internet entstanden. Die Forscher seien auf die Web-Seite des Bernsteinmuseums aufmerksam geworden und hätten dort schließlich angefragt. Mit einem sogenannten Mikro-CT, das sehr viel genauer ist als die aus der Medizin bekannten Geräte, wurden die Inklusen aufgenommen.

Um die 30 Minuten dauert es, einen nur wenige Zentimeter langen und breiten Bernstein so zu durchleuchten. „Daraus soll dann ein wunderbares 3D-Modell entstehen“, sagt Martin Kirchner, Doktorand im Forschungsteam von Professor Dr. Johannes Müller am Naturkundemuseum in Berlin. Weitere Einschlüsse, etwa der eines Geckos oder ein Spinnengelege, werden von anderen Arbeitsgruppen rekonstruiert.

Herauskommen sollen Erkenntnisse zur Entwicklung der Eidechsen, also deren Evolution. „Die Eidechse ist eine sehr kryptische Art. Die Tiere sehen eigentlich alle gleich aus, sind aber dennoch sehr unterschiedlich“, sagt Martin Kirchner. Als Beispiel nennt er die Schuppen des Tieres. Ältere Exemplare hätten an bestimmten Stellen nur eine, jüngere drei oder mehrere Schuppen.

„So kann man an der Zahl der Schuppen erkennen, wie alt das Tier ist. 30 bis 40 Millionen Jahre alt dürften laut Kirchner die Exemplare aus dem Bernsteinmuseum sein.

Und die Forschungsergebnisse sollen der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Geplant ist, so Axel Attula, dass Abbildungen der 3D-Modelle und Erklärungen in die aktuelle Bernsteinausstellung eingebaut werden.

Tragik des letzten Augenblicks

Inklusen sind in Bernstein – also fossilem Harz – eingeschlossene Fossilien von Pflanzen und Tieren. Vor allem Insekten wurden in flüssigem Harz lebend eingebettet. Nur etwa jeder 500. Bernstein enthält eine Inkluse.

Axel Attula spricht von der „Tragik des letzten Ausgenblicks“, wenn er von den Inklusen des Bernsteinmuseums spricht. Dass Insekten am Baumharz, das später zu Bernstein wird, kleben bleiben, ist leichter nachzuvollziehen. Wahrscheinlich war das Tier bereits vorher tot.

Robert Niemeyer

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