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Beschwerden nehmen zu: Crone fordert von Landkreisen mehr Bürgernähe

Schwerin Beschwerden nehmen zu: Crone fordert von Landkreisen mehr Bürgernähe

Außenstellen sollen erhalten bleiben, Belegschaften nicht weiter abgebaut werden.

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Matthias Crone, Bürgerbeauftragter MV.

Quelle: Cornelius kettler

Schwerin. Eine bürgernahe Verwaltung — die fordert Matthias Crone, Bürgerbeauftragter des Landes Mecklenburg-Vorpommern, von den sechs neuen Landkreisen. „Die Außenstellen müssen unbedingt erhalten bleiben“, sagt er. Grund: 2012 sei ein Jahr des Umbruchs gewesen. Nach der Kreisgebietsreform seien Strukturen verändert, Standorte verlegt und Mitarbeiter umgesetzt worden. „Vieles musste sich erst finden, das haben die Bürger gespürt“, berichtet Crone. Deshalb sei es wichtig, dass die Kreise in der Fläche ansprechbar sind. Das könnte auch durch Kooperationen mit Kommunalverwaltungen gewährleistet werden: Die würden die Anliegen der Bürger entgegennehmen, vorbereiten und dafür vom Kreis bezahlt. „In Ludwigslust-Parchim wird das bereits praktiziert“, so Crone.

1546 Beschwerden, Anliegen und Vorschläge hat Matthias Crone im vergangenen Jahr von Bürgern erhalten — das sind 16 Prozent mehr als 2011. „Schwerpunkt ist immer das Soziale“, berichtet Crone. Ein wichtiges Anliegen ist ihm die Versorgung der Menschen mit Behinderungen, vor allem betroffener Kinder: „Sie müssen wir besonders gut fördern, hier darf nicht der Rotstift regieren“, so Crone. Er sieht großen Nachholebedarf bei den Rechten für behinderte Menschen. 2012 hat zum Beispiel ein Amt einem schwerbehinderten Mann Unterstützung bei der Betreuung seines Kindes verweigert. Der Bürgerbeauftragte schaltete sich ein, jetzt hilft dem Vater eine Sozialarbeiterin, wenn die Mutter des Kindes zur Arbeit geht.

Fortbildungsangebote zum Thema Barrierefreiheit würden Verwaltungsmitarbeiter kaum in Anspruch nehmen. Dadurch könnten die gesetzlichen Anforderungen oft nicht richtig umgesetzt werden. Die Freundlichkeit des Personals stellt Crone nicht genrell infrage. Die habe sich wohl nicht verschlechtert. Allerdings hätten sich die Voraussetzungen verändert: Viele Belegschaften seien reduziert und nicht verjüngt worden. Auch an der Ausrüstung und Ausbildung werde oft gespart. Das führe zu längeren Bearbeitungszeiten.

Dass sich Bürgerfreundlichkeit auch für die Verwaltungen auszahlt, hätten Bauvorhaben eines Abwasserverbandes gezeigt. „Je früher man mit den betroffenen Bürgern spricht und ihre Hinweise aufnimmt, desto weniger Einsprüche gibt es“, so Crone.

Kerstin Schröder

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