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MV aktuell Bibberkälte bremst Blüte und Biene
Nachrichten MV aktuell Bibberkälte bremst Blüte und Biene
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00:05 26.04.2016

„Wenn es der Teufel will, kommt der Frost noch im April“. Sagt eine Bauernregel. Und dieser Teufel schickt derzeit tatsächlich reichlich kalte Spätwinterluft vom Nordpol nach Mecklenburg-Vorpommern. Gestern fiel in einigen Landesteilen Schnee, und die Temperaturen sanken auf Bibbergrade knapp über dem Gefrierpunkt. Außerdem gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Regen, Graupel, Gewitter. Das Schmuddelwetter soll anhalten — mit Folgen für Mensch, Tier und Pflanze.

Obstbäume stellen Entwicklung ein

Die Obstbauern schauen in diesen Tagen gespannt aufs Thermometer. Denn in Gärten und Plantagen stehen die Blüten von Kirsche, Pflaume, Birne und Apfel an. Und zu tief dürfen die Temperaturen da nicht sinken. Noch gebe es jedoch keine Schäden, sagt der Geschäftsführer des Verbands Mecklenburger Obst und Gemüse, Rolf Hornig. Bislang blühten nur wenige Kirschbäume. „Bei den aktuellen Temperaturen wird die Entwicklung der Pflanzen zurückgehalten“, erklärt Hornig. Und die Voraussetzungen, dass die gute Apfel-Ernte aus dem vergangenen Jahr (40000 Tonnen) in diesem Jahr wiederholt wird, seien wegen der zahlreichen Blütenstände hervorragend.

An den Freiland-Erdbeerpflanzen hätten einige Sorten bereits Blüten, heißt es beim Erdbeerhof Glantz in Hohen Wieschendorf (Landkreis Nordwestmecklenburg). Und jeder kalte Tag bedeute einen weiteren Tag Verzögerung bis zur Ernte.

Bienen brauchen Extra-Futter

Die kühle Witterung verhagelt auch den Bienen die Entwicklung. Eigentlich müssten die Tiere gerade fleißig Pollen und Nektar sammeln, um die Brut durchzufüttern. „Doch bei den Temperaturen können die Bienen nicht ausfliegen“, sagt der Vorsitzende des Landesverbands der Imker MV, Torsten Ellmann. Also verbrauchen die Tiere ihre Vorräte für sich und den Nachwuchs. Sollten es kalt bleiben, müssten die Imker nachfüttern. In MV gibt es derzeit rund 20000 Bienenvölker — und damit deutlich mehr als in den Vorjahren.

Falsche Reifen werden teuer

Von O bis O lautet auch so eine Regel — nämlich: Im Oktober kommen die Winterreifen drauf und Ostern runter. Die falsche Regel für dieses Jahr — schließlich ist Ostern schon knapp einen Monat Geschichte. Die Rechtslage hat da kein Nachsehen: In Deutschland gilt eine „situative Winterreifenpflicht“, teilt der ADAC mit. Wer also bei einem Wintereinbruch mit Sommerreifen fährt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einen Punkt.

Am Wochenende war es wegen des Winterwetters deutschlandweit zu teils schweren Unfällen gekommen. Auch in MV führten Hagelschauer zu Unfällen, etwa auf der Autobahn 20, zwischen Dummerstorf und Tessin im Landkreis Rostock. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt; der Gesamtschaden an den Fahrzeugen summierte sich auf 100000 Euro.

Es bleibt kühl und windig

Die „kühle Meeresluft polaren Ursprungs“ wird auch in den kommenden Tagen über den Nordosten ziehen. Dabei sind laut DWD Böen bis Windstärke sieben möglich. Erst zum Wochenende ziehen die Temperaturen an. Und weil sich das Wetter immer brav an alle Regeln hält, gewinnt diese Bauernregel der miesen Witterung auch etwas Gutes ab: „Wenn der April Spektakel macht, gibt‘s Heu und Korn in voller Pracht.“

Von Axel Meyer

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