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Bier in der Bahn könnte bald Geschichte sein

Rostock Bier in der Bahn könnte bald Geschichte sein

Innenminister Caffier spricht sich für Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln aus / Bahn fordert klare Regeln, um Trinken in Zügen ahnden zu können

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Christian Schumacher, Landesvorsitzender der GdP

Quelle: Frank Söllner

Rostock. /Hannover. Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover schiebt ab 2017 den Riegel vor. Hamburg, Bremen und Köln haben es bereits getan: In den Städten gilt in Bussen und Bahnen ein striktes Alkoholverbot. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird über ein Aus für Bier und Schnaps im Nah- und Fernverkehr diskutiert.

17 Millionen Fahrgäste nutzen Züge in MV

700 Fern-, Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn (DB) fahren täglich durch MV. Die DB Regio Nordost befördere pro Jahr 17 Millionen Fahrgäste. Bei der Usedomer Bäderbahn (UBB) nutzten 2015 rund 3,6 Millionen Fahrgäste den Schienenverkehr. Die RSAG befördert wochentags im Schnitt 130000 Fahrgäste.

Für „ein konsequentes Alkoholverbot bei der Nutzung der Bahn und in Bussen“ spricht sich der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) aus. Es sei unstrittig, „dass Alkohol die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft deutlich absenkt“, betont Caffier.

In Hannover befürworten nach Angaben der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe 83 Prozent der Fahrgäste ein Alkoholverbot. Die Mehrheit habe bei der Befragung erklärt, „sich bei einem solchen Verbot sicherer in Bus und Bahn zu fühlen“. Auch in unterirdischen Tunnelstationen werde das Verbot – analog zum Rauchverbot – gelten. Allerdings soll es bei Verstößen zunächst keine Strafen geben. Man setze auf „ermahnende Hinweise auf das Verbot“.

Auf „klare Regeln und Ressourcen für die Durchsetzung“ eines generellen Alkoholkonsumverbots pocht indes die Deutsche Bahn AG. Favorisieren würde man einen neuen Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand, der Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs „sanktionieren würde, die sich nicht sozialadäquat in Bussen und Bahnen verhalten“. „Damit würden Rechte und Möglichkeiten des Bahnpersonals gestärkt, konsequent gegen Störer vorzugehen“, sagt Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. In besonderen Fällen – etwa bei der Reise von Fußballfans – könne die Polizei bereits jetzt alkoholische Getränke in Zug und Bahnhof verbieten.

Für ein Alkoholverbot in Bussen, Bahnen und Zügen ist auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher. Der Appell sei löblich, müsse aber durchgesetzt werden können. „Die Frage ist: Wer soll das kontrollieren?“, so Schumacher. Für eine solche zusätzliche Aufgabe sei die Polizei in MV personell nicht in der Lage: „Wir sind schon jetzt am Rand der Belastbarkeit.“

Für die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) stellt sich die Frage nach einem Alkoholverbot nicht. „Unseren Fahrgästen ist der Verzehr von Essen und Getränken generell untersagt“, betont Sprecherin Beate Langner. Das habe der Verkehrsverbund Warnow festgelegt. Zum Verbund gehören neben der RSAG u. a. die Unternehmen Weiße Flotte, Rebus-Regionalbus und Bäderbahn Molli.

Auf das Alkohol- und Essenverbot weisen das Personal sowie Schilder hin: Wer also mit einer geöffneten Bierflasche oder einem Döner in den Bus einsteige, könne des Fahrzeugs verwiesen werden.

Weitere Sanktionen, wie etwa in Hamburg – dort müssen Alkoholsünder in Bussen, Bahnen und U-Bahn-Stationen 40 Euro zahlen – gebe es bei der RSAG laut Beate Langer nicht.

Bereits seit November 2009 gilt in Metronom-Zügen in Niedersachsen, Hamburg und Bremen ein Alkoholverbot. Die Folge: deutlich weniger Müll und Straftaten. Ebenso erfolgreich war offenbar das Verbot in Hamburg. 2012 wurden 8000 Alkoholsünder erwischt, im Jahr darauf waren es rund 5000 und 2014 dann nur noch 4000.

• Internet:

www.ostsee-zeitung.de/umfragen

Axel Meyer

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