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MV aktuell Bildungsministerium blamiert sich mit Prüfungs-Panne
Nachrichten MV aktuell Bildungsministerium blamiert sich mit Prüfungs-Panne
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00:00 18.04.2013
Mathias Brodkorb, Bildungsminister Quelle: Cornelius kettler
Rostock

Rechtschreibfehler und unlösbare Aufgaben: Mit mangelhaften Prüfungstexten hat das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommerns am Montag eine peinliche Panne abgeliefert.

Die Unterlagen für die Mittlere-Reife- Prüfung, die das Ministerium an die Schulen verschickte, enthielten sowohl orthografische wie auch inhaltliche Fehler. Erst kurz vor Prüfungsbeginn fiel der Fauxpas auf. Das Ministerium verschickte die Korrekturen per E-Mail.

Die Prüfungen gingen zwar reibungslos über die Bühne, die Blamage für den Bildungsminister aber ist perfekt. „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich bin enttäuscht“, moniert der Vorsitzende des Landesschülerrates, Dejan Panow. Fehler können passieren, aber „bei prüfungsrelevanten Sachen prüft man doppelt und dreifach und da darf es nicht sein. Da braucht man sich nicht darüber zu beschweren, dass Jugendliche nicht ausbildungsreif sind, wenn schon die Hausspitze kein Deutsch kann“, beklagt er.

Die peinliche Panne passiert ausgerechnet im Prüfungsfach Deutsch. Nicht nur die falsche Satzzeichensetzung, Wortkreationen wie „Gradwanderung“ und Grammatikfehler machten die Lehrer stutzig. Eine Aufgabe ist für die Zehntklässler gleich von vornherein unlösbar: Gefragt wurde nach dem Namen eines Autoren, den die Prüflinge aus einem vorgegebenen Text herausfinden sollten. Nur: Der Name stand in diesem Text gar nicht drin.

„Das ist ein wirklich ärgerlicher Vorgang. Nachteilige Auswirkungen auf die Benotung der Prüfungsarbeiten wird das aber nicht haben“, versichert Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Der Fehler sei ein Einzelfall.

Keine Entschuldigung, sagt Michael Blanck, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung MV. „Prüfungen sind das Wichtigste an den Schulen, was den Abschluss betrifft. Hier muss eine gründliche Prüfung her. Fehlerhafte Unterlagen können wir uns beim besten Willen nicht leisten.“

Die Texte der zentralen Prüfungen werden von einer Fachkommission erstellt, die überwiegend aus Lehrkräften besteht, die das Fach in der jeweiligen Schulart vertreten. Weitere Lehrer kontrollieren die Unterlagen. Vor dem Druck übernimmt das Ministerium die Endkontrolle, vor der Prüfung wird abermals gegengelesen. Wie es dennoch zur Panne kommen konnte, will Brodkorb nun klären lassen.

Die Verantwortung für die Patzer dürfe er nicht auf seine Mitarbeiter abwälzen, fordert Dejan Panow. „Wenn Brodkorb sein Ministerium vernünftig führen würde, könnte man über die Panne lachen.

Aber es ist nicht zum Lachen.“ Den Schaden habe schließlich das Land. Wenn das Bildungsministe- rium derartige Fehler mache, werfe das erst recht ein schlechtes Licht auf die Schüler aus MV — auch über die Landesgrenzen hinaus.

Dicke Patzer in Prüfungs-Unterlagen
Rechtschreibung und Grammatik — an vielen Stellen der Deutsch-Prüfungsaufgaben, die das Bildungsministerium an die Realschulen des Landes verschickt hatte, finden sich Fehler. Hier einige Beispiele:

„Späße am Arbeitsplatz seien grundsätzlich eine Gradwanderung.“

„Übrigens ist Humor schon bei der Bewerbung sehr, sehr wichtig, meinst Kathrin Reimann . . .“

„Blondinen- und Ostfriesenwitze gehen zu Beispiel gar nicht.“

„Natürlich sind humorvolle Bewerber gern gesehen, bei Einstellungstest sollen sie bisweilen sogar zeigen . . .“

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