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Botschafter: USA gespannt auf die Wahl in MV

Rostock Botschafter: USA gespannt auf die Wahl in MV

Besonders das Abschneiden der AfD wird genau verfolgt / John B. Emerson sieht Parallelen zu Donald Trump

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US-Botschafter John Bonnell Emerson (2.v.r.) und seine Frau Kimberley sprachen gestern mit dem stellvertretenden OZ-Chefredakteur Thomas Pult (r.) und OZ-Autor Axel Büssem.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Der Ausgang der Landtagswahl in MV am 4. September wird auch in den USA sehr genau verfolgt. „Es ist für uns vor allem interessant, wie die AfD abschneidet. Das könnte Rückschlüsse auf die Bundestagswahlen im nächsten Jahr erlauben“, sagte US-Botschafter John Bonnell Emerson gestern bei einem Redaktionsbesuch der OSTSEE-ZEITUNG.

Er habe den Eindruck, die AfD sei vor allem eine Protestpartei. „Die im Bundestag vertretenen Parteien sind sich im Grundsatz einig in der Flüchtlingspolitik. Umfragen zeigen: Wer seine Ablehnung dagegen ausdrücken will, wählt AfD“, so Emerson. Nicht alle AfD-Wähler seien fremdenfeindlich.

Vielmehr sei das Erstarken der AfD ein Ausdruck eines allgemeinen Trends in Europa wie in den USA, dass die Menschen sich von der Globalisierung abgehängt und von Zuwanderung bedroht sehen. „Das ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen“, betonte Emerson. Diese allgemeine Unzufriedenheit zeige sich auch am Erfolg des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

„Seine Wähler haben die gleichen Sorgen und Ängste wie etwa die Menschen in Ungarn und Polen oder die Briten, die für den Brexit gestimmt haben“, sagte der 64-Jährige.

Sollte Trump tatsächlich Präsident werden, müssten die Deutschen keine Angst haben, betonte der Diplomat. „Wenn Politiker im Amt sind, ändern sie oft den Ton. Es steht außer Frage, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen von besonderer Bedeutung bleiben werden – egal, wer Präsident ist.“

Trump hatte zuletzt seine Gegnerin Hillary Clinton mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verglichen, deren Flüchtlingspolitik eine Katastrophe für Deutschland sei. „Der Vergleich war negativ gemeint, aber viele fassten es positiv auf“, meinte Emerson. „Merkel ist wohl die beliebteste ausländische Politikerin in den USA.“ Sie habe auch eine gute Beziehung zu Hillary Clinton. „Man kann davon ausgehen, dass es auch dabei bleibt, sollte Clinton Präsidentin werden.“

Emerson, der seit drei Jahren Botschafter in Berlin ist, bereist derzeit mit seiner Frau Kimberly MV. So besuchten sie Heiligendamm, heute sind sie in Wismar. „Zwischen den USA und MV gibt es enge wirtschaftliche Beziehungen.“ Zudem sei die Marine in Rostock eine wichtige Komponente in der Nato. „Viele Amerikaner kommen mit Kreuzfahrtschiffen in Rostock an und fahren weiter nach Schwerin oder Berlin. Dort begegne ich ihnen manchmal.“ Thomas Pult/Axel Büssem

OZ

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