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Brennpunkt Schwerin: Ärger mit jungen Flüchtlingen

Schwerin Brennpunkt Schwerin: Ärger mit jungen Flüchtlingen

Beschäftigungslose Zuwanderer treffen sich in der Innenstadt, Anwohner sind genervt

Schwerin. Immer wieder der Marienplatz. „Die Justiz sollte endlich mal ihre Arbeit machen“, sagt Steffen Brinkmann (46). Seit 18 Jahren verkauft er in seinem Laden an dem Platz in der Schweriner Innenstadt Zigarren und Whiskey. Seit ein paar Monaten „fühlen sich die Leute hier nicht mehr wohl“, sagt der Händler. Etwa zwei Dutzend junge Flüchtlinge nutzen den Platz als Treffpunkt. Seitdem komme es immer wieder zu lautem Streit und Schlägereien, bestätigt Schmuckhändlerin Maren Gebert (51) auf der anderen Straßenseite: „Wir werden hier jeden Tag zu Augenzeugen.“

 

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Obwohl die Polizei ständig Präsenz zeigt, ist die Situation nicht besser geworden.“ Maren Gebert (51), Schmuckhändlerin am Marienplatz

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Manche Leute blicken uns offen abfällig an. Für arabische Leute ist das schwierig. Aber ich fühle mich sehr wohl in Schwerin.“ Yousef Chahin (18), Flüchtling aus Syrien

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Es ist in dem Alter normal, wenn es mal lauter zugeht und Streit gibt. Die ganze Sache wird sehr aufgebauscht.“Marcus Wergin (38), Sozialarbeiter

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Obwohl die Polizei ständig Präsenz zeigt, ist die Situation nicht besser geworden.“ Maren Gebert (51), Schmuckhändlerin am Marienplatz

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Manche Leute blicken uns offen abfällig an. Für arabische Leute ist das schwierig. Aber ich fühle mich sehr wohl in Schwerin.“ Yousef Chahin (18), Flüchtling aus Syrien

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Gestern Nachmittag ist von Konflikten nichts zu sehen. Ein Polizeiauto parkt in der Sonne. Es ist voll und friedlich, gut gelaunte Menschen laufen in eines der Einkaufszentren oder warten auf die Straßenbahn.

Laut Polizei täuscht das: Seit Sommer sei der Platz, zusammen mit anderen in der Innenstadt, eine Problemzone. Immer wieder komme es zu Straftaten. Vor einer Woche soll bei einem Streit zwischen zwei Gruppen ein Messer gezogen worden sein, ein Unbeteiligter, der schlichten wollte, wurde geschlagen. Am Freitag griff eine Gruppe von 30 Rechten etwa zehn Zuwanderer an – vor den Augen der ständig anwesenden Polizei. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Der Überfall sei eine „Antwort“ der Rechten gewesen, sagt Steffen Salow von der Polizeiinspektion Schwerin. Am Wochenende kontrollierten die Beamten verstärkt junge Flüchtlinge. Sie fanden ein Klappmesser und geringe Mengen Drogen. Fünf Strafverfahren wurden eingeleitet.

So eine Ballung von Problemen gibt es außerhalb von Schwerin nirgends in MV, sind sich Polizei und Flüchtlingsrat einig. Die Stadt reagierte, gemeinsam mit der Polizei, bereits im Juli: Mehr Sozialarbeiter, die Polizei zeigt ständig Präsenz. Ein Problem seien Wartelisten für Schulplätze, meint Ulrike Seemann-Katz vom Flüchtlingsrat MV. „Es kann nicht gut gehen, wenn man nur rumgammeln muss“, sagt sie. Das sei keine Frage der Nationalität. Ähnliche Probleme gebe es auch in anderen Städten, sagt eine Rathaus-Sprecherin. Dass sie in Schwerin vermehrt auftreten, könnte daran liegen, das die Stadt überdurchschnittlich viele unbegleitete Flüchtlinge aufgenommen habe.

Sozialarbeiter Marcus Wergin (38) kennt fast alle, die sich am Marienplatz treffen. Er meint, die Sache werde aufgebauscht. „Die Leute verhalten sich altersgerecht“, sagt er. Als sich hier vor ein paar Jahren Punks trafen, gab es eine ähnliche Debatte. Dass es mal laut werde, sei normal. Dass manche Angst bekämen, wenn sich junge Männer laut auf Arabisch streiten, sei ebenso normal.

Terroranschläge, Flüchtlingskrise, das alles spiele eine Rolle. Helfen könnte gegenseitiges Kennenlernen. Der Syrer Yousef Chahin (18), einer von Wargins Schützlingen, versucht das auf die offensive Art. Mit einem Schild „Ich bin ein Muslim mit schwarzem Bart und tausche eine Rose gegen ein Lächeln“ stellte sich der freundliche Bartträger vor ein paar Tagen auf den Marienplatz. Bilanz: Er verteilte 20 Rosen. „Ich liebe Schwerin“, sagt er.

Gerald Kleine Wördemann

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