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Brücken-Baustelle auf der A 19 erhöht Staugefahr im Land

Rostock Brücken-Baustelle auf der A 19 erhöht Staugefahr im Land

Insgesamt 4012 Kilometer lang waren 2016 die Autobahn-Staus in MV

Rostock. In MV gibt es bundesweit zwar die wenigsten und kürzesten Staus auf Autobahnen – aber durch die große A 19-Dauerbaustelle an der Petersdorfer Brücke hat sich die Staugefahr enorm erhöht. „Das Nadelöhr schlägt sich deutlich in der Staubilanz nieder“, sagt Hans Duschl vom ADAC Hansa. Die stark angestiegenen Stau-Zahlen auf der A 19 zeigten, „dass es an der Baustelle zu keinen weiteren Verzögerungen kommen sollte“.

 

OZ-Bild

Staus auf Autobahnen gibt es zumeist an Baustellen und bei Unfällen.

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Ein Blick in die Statistik macht deutlich: 4012 Kilometer – so lang waren zusammengerechnet alle Autobahn-Staus im Nordosten im vergangenen Jahr; die Länge entspricht etwa der Entfernung zwischen Rostock undMoskau hin und zurück. 2015 – in dem Jahr wurde die Baustelle an der Petersdorfer Brücke eingerichtet – war die Gesamtlänge mit 1600 Kilometern nicht einmal halb so lang.

Mehr als die Hälfte aller Staus in MV entfielen den ADAC-Angaben zufolge denn auch auf die A 19. Die Abschnitte, in denen es am häufigsten nicht mehr vorwärtsging, lagen zwischen den A

19-Anschlussstellen Malchow, Waren (Müritz) und Röbel – alle im Bereich der Brücken-Baustelle. Die A 19 ist die Hauptverkehrsachse zur Ostsee aus Süd- und Ostdeutschland. Noch mehr als ein Jahr bremst die Baustelle die Fahrer aus, denn bis Sommer 2018 kann nur eine Fahrbahn in jede Richtung auf der östlichen Brückenhälfte genutzt werden. Die Geschwindigkeit ist deshalb auf 40 km/h reduziert.

„Aktuell werden unter der Brücke die Pfeilerkopfplatten für die neuen Pfeiler der westlichen Brückenhälfte hergestellt“, teilt eine Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums mit. Der schwierige Baugrund hatte die Arbeiten immer wieder verzögert. Sie sollten eigentlich bereits in diesem Jahr abgeschlossen werden. Als Gesamtkosten, die der Bund trägt, wurden 43 Millionen Euro veranschlagt.

Allerdings bildete sich der längste Stau im vergangenen Jahr nicht an der A 19-Brücke, sondern auf der Bundesstraße 110. Auf der Trasse Richtung Usedom ging an einem Samstag im Juli nach zwei Unfällen nichts mehr: Zwischen der Insel und der Unterführung bei Relzow stand der An- und Abreiseverkehr auf 15 Kilometern Länge still.

Zu nervigen Stopps kann es derzeit auch auf der B 109 an der Bahnbrücke Anklam kommen; dort wird der Verkehr an der Baustelle per Ampelregelung einspurig vorbeigeführt. Akute Staugefahren bestehen nach Angaben des Verkehrsministeriums zudem durch die Vollsperrung der B 96 auf der Insel Rügen zwischen Strüssendorf und Ralswiek sowie am B 196-Knoten bei Serams.

Dennoch: Im bundesweiten Vergleich hat MV nach wie vor „die geringste Staulänge im Verhältnis zu den Autobahnkilometern“, betont ADAC-Mitarbeiter Duschl. Das Risiko, im Nordosten mit Auto, Motorrad oder Lkw festzustecken, ist daher verhältnismäßig gering. Zum Vergleich: Die Kennzahl Staulänge pro Autobahnkilometer beträgt in MV sieben Kilometer. In Hamburg sind es hingegen 143 Kilometer – und in Berlin, dem bundesweiten Spitzenreiter, ganze 991 Kilometer. Anders gesagt: Das Risiko, in einem Stau stecken zu bleiben, ist in Berlin gut 140 Mal höher als im beschaulichen MV.

Wer dennoch in einen Stau gerät, dem empfiehlt die Polizei, unbedingt eine Rettungsgasse zu bilden. „Rettungsfahrzeuge müssen im Notfall den Stau hinter sich lassen können“, erklärt Sophie Pawelke, Sprecherin im Polizeipräsidium Rostock. Die Gasse sei bei zweispurigen Straßen in der Mitte zu bilden, der Standstreifen müsse jedoch freigehalten werden.

Auf keinen Fall dürften Autofahrer auf der Autobahn wenden oder rückwärtsfahren. Motoradfahrer dürfen sich nicht durch die anderen Fahrzeuge schlängeln – sonst drohten Verwarn- und Bußgelder, Punkte oder Fahrverbote, sagt die Sprecherin.

Rückreise-Staus erwartet

Für Ostermontag und Dienstag wird durch die Rückreisewelle nach den Feiertagen mit Staus und Verkehrsbehinderungen gerechnet. Vor allem an Baustellen sollten Kraftfahrer mehr Zeit einplanen, hieß es beim ADAC.

Bei der Anreise in die Küstenorte war am Gründonnerstag das erwartete Verkehrschaos weitgehend ausgeblieben. Auch gestern rollte der Verkehr auf den Straßen des Landes überwiegend normal, meldete die Polizei. Allerdings staute sich der Verkehr, als die B 109 nach einem Unfall für rund 40 Minuten gesperrt war. Zudem führte eine Ölspur auf der B 110 zwischen Zecheriner Brücke und Usedom zu einem Rückstau.

Axel Meyer

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