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MV aktuell Brutaler Überfall auf Passanten
Nachrichten MV aktuell Brutaler Überfall auf Passanten
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00:00 11.02.2017

Kurz nach 18 Uhr am Donnerstagabend in Wismars Innenstadt: Vor dem Einkaufsmarkt in der Altwismarstraße geht laut Augenzeugen ein Mann auf einen 35-Jährigen los – offenbar grundlos. Das Opfer fällt zu Boden, der 20 Jahre alte Deutsche türkischer Abstammung springt dem Mann auf den Körper und ins Gesicht. „Das hat geblutet wie Schwein, und der Mann hat furchtbar geschrien“, berichtet einer der Augenzeugen.

Bewusstlos und schwer verletzt wird der 35-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Der Vater des Mannes hatte noch versucht, sich schützend über seinen Sohn zu legen und kassierte dafür auch Tritte und Schläge. Ein Zeuge, der helfend eingreifend wollte, wurde laut Polizei vom mutmaßlichen Täter mit einem Küchenmesser bedroht. Beim Versuch, es ihm abzunehmen, landete ein Faustschlag in seinem Gesicht. Am Ende konnte der Mann den 20-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Als die Beamten eintrafen, ließ sich der Schläger zunächst ohne Widerstand festnehmen. Im Streifenwagen biss er den Angaben zufolge einen Beamten in die Hand und beleidigte die Einsatzkräfte massiv.

Das Motiv des Überfalls ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Hinweise darauf, dass Opfer und Täter sich kennen, wollten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft bestätigen. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG ist das Opfer der Polizei wegen politisch motivierter Gewaltstraftaten bekannt.

Auch der mutmaßliche Täter hat bereits gegen Gesetze verstoßen. Laut Staatsanwaltschaft war der 20-Jährige nur unter Bewährungsauflagen auf freiem Fuß. Demnach war er im vergangenen Jahr wegen schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Die Bewährung wurde aufgrund der Ereignisse vom Donnerstag ausgesetzt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin, Claudia Lange auf Nachfrage mitteilte. Zudem sei noch gestern ein Haftantrag ans Amtsgericht Wismar gegangen – wegen zweifacher schwerer Körperverletzung und wegen einfacher schwerer Körperverletzung. Der junge Mann war noch gestern in die Jugendarrestanstalt überführt worden.

Bei einer Mitarbeiterin des Einkaufszentrums hat der Donnerstagabend Spuren hinterlassen. Dass so viele Menschen einfach nur rumstanden und gegafft haben, finde sie im Nachhinein noch fast schlimmer als die eigentliche Tat. „Niemand – außer dem einen Mann – hat geholfen.“ Gerade vor dem Einkaufsmarkt sei zum Wochenende hin abends häufiger was los.

Aus Sicht der Wismarer Polizei gibt es in der Altwismarstraße keinen Kriminalitätsschwerpunkt.

Nicole Buchmann

OZ

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