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Büros leer, Praxen voll: Erkältungswelle schwächt MV

Rostock Büros leer, Praxen voll: Erkältungswelle schwächt MV

Tausende Fälle von Influenza und grippalen Infekten

Rostock. Die Grippewelle überrollt Mecklenburg-Vorpommern: Besonders heftig hat es Rostock und den Landkreis Vorpommern-Rügen erwischt. In der Hansestadt sind allein in der vergangenen Woche 170 neue Influenza-Fälle dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) gemeldet worden. Landesweit waren es 469, in der Vorwoche 492. Nicht nur die echte Grippe, auch grippale Infekte setzen den Menschen zu. Viele Betriebe müssen mit dezimiertem Personal auskommen. Kitas sind leerer als sonst. Voll sind dagegen die Wartezimmer der Arztpraxen.

1352 Influenza-Fälle

wurden seit Oktober 2017 in MV registriert.

Wer Grippe und

Erkältung vorbeugen will, sollte sich

regelmäßig die Hände waschen und diese

möglichst vom

Gesicht fernhalten.

Aufs Händeschütteln sollte verzichtet und

geschlossene Räume

regelmäßig gelüftet

werden.

In der aktuellen Grippesaison, also seit Anfang Oktober 2017, sind bislang 1352 Influenzafälle registriert worden, rund 400 weniger als in der Vorsaison: Jedoch: Es sind knapp viermal so viel wie in der Saison 2015/16. „Es ist von einer Dunkelziffer auszugehen“, erklärt Lagus-Sprecherin Anja Neutzling.

„Momentan sieht es nicht so aus, als würde es noch viel schlimmer werden“, sagt Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock. Es habe allerdings in den vergangenen Wochen mehrere Patienten mit schweren Komplikationen auf seiner Station gegeben. Sie mussten beispielsweise wegen Lungen- oder Herzmuskelentzündungen behandelt werden.

In den Apotheken decken sich Erkrankte jetzt stark mit Erkältungsmitteln ein. „Nasenspray, Hustensaft und Halspastillen werden vermehrt gekauft“, sagt Axel Pudimat,Vorsitzender des Landesapothekerverbandes. Auf die hohe Nachfrage seien die Pharmazeuten mit entsprechenden Vorräten vorbereitet. Zu kämpfen haben Pudimat und seine Kollegen hingegen mit Ausfällen in den eigenen Reihen. „Der Krankenstand bei uns ist hoch, es hat viele erwischt.“

In Rostock erkrankten zu Beginn der Saison vorwiegend Schulkinder, die wahrscheinlich Folgeerkrankungen bei den Eltern bzw. Geschwistern auslösten, berichtet Dr. Kerstin Neuber vom Gesundheitsamt der Stadt. Die Erkrankten waren bis auf Einzelfälle nicht gegen Influenza geimpft.

In der Stadtverwaltung Marlow (Vorpommern-Rügen) hatten grippale Infekte vor zwei Wochen zugeschlagen. Ein Fünftel der Mitarbeiter war krank, sagt Vize-Bürgermeisterin Ruth Bahlmann. Auch Unternehmen im Land klagen über hohe Ausfallzahlen, oft entsprächen sie aber auch der Jahreszeit. Laut Robert-Koch-Institut ist etwa jeder vierte Deutsche gegen Grippe geimpft und nur jeder Zweite davon tatsächlich gegen Influenzaviren geschützt. Denn der üblicherweise verwendete Dreifachimpfstoff wirkt gut gegen die A-Subtypen des Influenzavirus, jedoch kaum gegen Influenza-B-Viren. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind aber 75 Prozent aller derzeitigen Grippe-Patienten in Deutschland durch diese Erreger erkrankt. Der Vierfachimpfstoff gegen Grippe enthält zwar den nötigen Wirkstoff, wurde aber bisher nicht von den Kassen bezahlt. Das soll sich ändern: Die Ständige Impfkommission (Stiko) präzisierte ihre Impfempfehlung. Seiten 6 und 8

Antje Bernstein und Bernhard Schmidtbauer

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Rostock
Eine Frau putzt sich ihre Nase.

An der Unimedizin Rostock mussten in den vergangenen Wochen mehrere Patienten mit schweren Komplikationen behandelt werden.

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