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MV aktuell Bützow: Nicht alle Wunden sind verheilt
Nachrichten MV aktuell Bützow: Nicht alle Wunden sind verheilt
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00:00 04.05.2016
Bützow

. Fast genau ein Jahr nach dem verheerenden Tornado vom 5. Mai 2015 mit Millionenschäden sind in Bützow ((Landkreis Rostock) die meisten Gebäude wieder hergerichtet. Auffällig viele Dachziegel glänzen neu. Wo noch Baugerüste stehen, werden hauptsächlich Fassadenarbeiten erledigt, sagt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). Auf etwa 40 Millionen Euro schätzt er die Gebäudeschäden, die der Wirbelsturm innerhalb weniger Minuten anrichtete. Das meiste sei von Versicherungen abgedeckt worden, sagt er: „Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert.“

Ist in Bützow also wieder alles wie vor dem Tornado? Nicht ganz. Während die Schäden an den meisten Häusern zügig repariert werden konnten, ist der vernichtete Baumbestand kaum zu ersetzen.

Insbesondere der Rosengarten sei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärt Grüschow. Die Sanierungsarbeiten sollen spätestens 2017 beginnen. Dazu startete die Stadt einen Ideenwettbewerb, der im vergangenen Monat abgeschlossen worden sei, erzählt er.

Geplant sei der Wettbewerb ohnehin gewesen, doch nach dem Sturm habe man das Planungsgebiet ausgeweitet. Der Bürgermeister schätzt, dass der Tornado einige hundert Bäume umpeitschte, entwurzelte oder umknickte. Gemeindewehrführer Holger Gadinger meint gar: „Tausende Bäume sind kaputt.“ Dies sei gar nicht wiedergutzumachen: „Wie lange wächst so ein Baum? 150, 200 Jahre?“ Ein Ladeninhaber aus der Bützower Altstadt berichtet: „Windanfällig sind wir geworden. Wenn es jetzt ein wenig stürmischer ist, haben wir hier in der Stadt ganz andere Windstärken.“ Der Schutz der Bäume fehle. Er bittet bereitwillig in seinen Laden und auf den Hinterhof, zeigt Luftbilder von den Zerstörungen. Sein Laden habe Totalschaden gehabt und auch der Hinterhof, wo sich die Wohnung der Familie befindet, sei verwüstet gewesen. Auf der Terrasse sei die Kraft des Windes so stark gewesen, dass selbst mit Beton ausgegossene Geländerpfeiler abgerissen wurden. Seine Schäden seien alle von der Versicherung reguliert worden, andere hätten aber nicht so viel Glück gehabt. Sie würden sich heute noch mit Versicherungen streiten.

Geholfen haben den Bützowern auch viele Spender: Einzelpersonen, Vereine und Firmen, erzählt Bürgermeister Grüschow. 400000 Euro hätten sie gespendet. Hinzu kamen 210000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die stark in Mitleidenschaft gezogene Stiftskirche. Außerdem stellte die Landesregierung direkt nach dem Sturm eine Million Euro im Rahmen eines Soforthilfeprogramms zur Verfügung. Ein Großteil davon dürfe für die Sanierung städtischer Gebäude genutzt werden. Die Grundschule, das Grüne Klassenzimmer, das Rathaus — alle haben bei dem Unwetter etwas abbekommen.

Kurz nach dem Tornado sei auch der Zusammenhalt der Bützower „sehr stark spürbar“ gewesen. Das habe sich wieder abgeschwächt. „Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere daran und legt einen alten Nachbarschaftsstreit bei“, hofft der Bürgermeister.

Von Hannes Stepputat

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