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Bund der Steuerzahler gegen Darßbahn-Pläne

Schwerin/Zingst Bund der Steuerzahler gegen Darßbahn-Pläne

Projekt „einstampfen“ / Folgekosten für Kommunen zu wenig berücksichtigt

Schwerin/Zingst. Der Bund der Steuerzahler Mecklenburg-Vorpommern fordert die endgültige Aufgabe der Weiterführung der Darßbahn von Barth nach Zingst (Landkreis Vorpommern-Rügen). Die Kosten für die Neuherstellung der seit Jahrzehnten brach liegenden Strecke und Brücken würden den Steuerzahler übermäßig belasten und in keinem Verhältnis zu dem tatsächlichen Nutzen für Urlauber und Einheimische stehen, kritisiert Ute Köhn. Die Leiterin des Schweriner Büros des Steuerzahler-Verbandes erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern die „Zubringerstrecke“ von Velgast bis zur Boddenstadt Barth „mangels hinreichender Auslastung“ zum kommenden Jahr hin abbestellt habe. „Der Rückgang der Fahrgastzahlen verdeutlicht, dass die Erschließung der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Fischland-Darß-Zingst durch seine Besucher auf andere Weise erfolgt.“ Die Anbindung würde in einem „Bahn-Nirwana“ enden, fürchtet der Bund der Steuerzahler.

Das Land hatte Klage gegen einen Planfeststellungsbeschluss erhoben und verlangt Nachbesserungen. Die Forderung nach einem Aus für die Verlängerung der Bahnstrecke von Barth nach Zingst und später möglicherweise bis ins Ostseebad Prerow begründet der Verband mit der bislang nicht vorgenommenen Berücksichtigung der Folgekosten für alle beteiligten Kommunen. So würden beispielsweise im Bereich der kleinen Gemeinde Pruchten mehrere Bahnübergänge entstehen, für die die Kommune dann einen Teil der regelmäßigen Unterhaltungs- und Wartungskosten zu tragen hätte.

Der Bund der Steuerzahler appelliert daher an alle Verantwortlichen, „das Projekt einzustampfen und die personellen und finanziellen Ressourcen besser für die Erarbeitung gesamtheitlicher und innovativer Verkehrskonzepte zu nutzen“. Die Darßbahn werde den Erfolg der Usedom-Verbindung nicht kopieren können, sagt der Steuerzahler-Verband voraus. Die Errichtung eines innovativen Verkehrskonzeptes könnte jedoch der ohnehin schon attraktiven Region ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal verschaffen, heißt es in der Information des Verbandes.

Am 30. November 1910 wurde der Streckenabschnitt Barth – Prerow eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Strecke im Zuge der Reparationsleistungen demontiert. tri

OZ

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