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Bund gibt doch Geld für Ausbau von Nebenwasserstraßen

Neubrandenburg Bund gibt doch Geld für Ausbau von Nebenwasserstraßen

Die ursprünglich geplante Herabstufung von touristisch wichtigen Wasserstraßen durch den Bund ist endgültig vom Tisch.

Neubrandenburg. Die ursprünglich geplante Herabstufung von touristisch wichtigen Wasserstraßen durch den Bund ist endgültig vom Tisch. „Der Bund wird weiter auch für Nebenwasserstraßen sorgen, wir haben das Thema Entwidmung begraben“, sagte Jochen Kies, zuständiger Referatsleiter des Bundesverkehrsministeriums, gestern vor Unternehmern in Neubrandenburg. Die enorm wichtigen Wasserwege, wie die Müritz-Havel- und Müritz-Elde-Wasserstraße sowie rund um Berlin, sollen technisch instand gehalten und erneuert werden. Von rund 7000 Kilometern Bundeswasserstraßen sind 2800 Kilometer Nebenwasserstraßen. Dazu kämen bundesweit 120 Wehre und 140 Schleusen, von denen die meisten in den Nebenwasserstraßen liegen. Die Wasserstraßen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gehörten dabei zu den Wasserwegen mit den mit Abstand höchsten Schleusungszahlen. „Ihre Nebenwasserstraßen hier sind die wichtigsten Reviere in Deutschland“, erklärt Kies.

Der Sanierungsstau sei aber ebenfalls groß. So müssten etwa 80 Prozent der wasserbaulichen Anlagen repariert oder erneuert werden. Für die Wasserwege von Berlin zur Müritz, nach Schwerin und zur Elbe sollen die Anlagen, die meist um die 100 Jahre alt sind, möglichst lange gut gewartet und gepflegt werden. Konkrete Zahlen konnte der Experte hier noch nicht nennen. „Wenn da was erneuert werden muss, wird das teuer.“

Unternehmer wie Harald Kuhnle, der einen der größten deutschen Hausbootvermieter mit eigener Werft in Rechlin an der Mecklenburgischen Seenplatte leitet, bleiben trotzdem skeptisch. „Die Netzfähigkeit unserer Wasserwege muss erhalten bleiben“, erklärte Gerd Lange vom Schweriner Wirtschaftsministerium. Davon hingen auch viele Investitionen ab. Das sicherte Kies zu. Probleme seien die mitunter aufwendige Planung und die nötigen Fachleute.

In die Kategorie „naturnahe Gewässer“ wurden Flüsse wie Warnow, Aller, Werra, Fulda und Ilmenau aufgenommen, soweit sie Bundeswasserstraßen sind. Dort sollte es regionale Entwicklungskonzepte geben, die der Bund auch moderieren wolle. „Die Peene bleibt aber wie sie ist – der Amazonas des Nordens“, erklärte Kies. Dort müsse aus Bundessicht nichts renaturiert werden. 

Als anderes Beispiel nannte Kies die seit Jahren geschlossene Mühlendamm-Schleuse Rostock. Hier wolle das Land keine Übernahme. Der Bund habe angeboten, eine Bootsgasse für Paddler einzurichten. Nun habe das Landeswirtschaftsministerium eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Davon soll abhängen, was aus dem Wassersportrevier Obere und Untere Warnow wird. Die Präsidentin des Landestourismusverbandes, Sylvia Bretschneider (SPD), forderte, dass Mecklenburg-Vorpommern auch in den Beirat für das Umweltprogramm „Blaues Band“ des Bundes aufgenommen werde. Man dürfe nicht länger an den Betroffenen vorbei agieren, forderte sie.

Winfried Wagner

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