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Bundeswehr verteidigt Rekruten-Kampagne

Parow Bundeswehr verteidigt Rekruten-Kampagne

Schon über eine Million Klicks auf Youtube für Trailer der umstrittenen Reality-Doku aus Parow

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Soldaten in der Grundausbildung auf dem Gelände der Marinetechnikschule Parow bei Stralsund. Seit gestern wirbt die Bundeswehr in einer täglichen Youtube-Doku um junge Soldaten.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Parow. „Was ist denn das für ein Schneckentempo. Geben Sie mehr Gas!“ Die Ausbilder an der Hindernisbahn der Marinetechnikschule Parow kennen kein Pardon. Die 19-jährige Rekrutin Anna-Lena Drafke pumpt. Drei Mal nimmt sie Anlauf auf die 2,10 Meter hohe Eskaladierwand. Doch immer wieder rutscht die zierliche Frau am nassen Holz ab, bis ein Ausbilder Gnade zeigt und sie vorbei zum nächsten Hindernis, der Drahtgasse, winkt. Anna-Lena Drafke gehört zu den zwölf Rekruten, mit denen die Bundeswehr seit gestern in der täglichen Reality-Dokumentation „Die Rekruten“

für eine militärische Ausbildung wirbt. Gezeigt werden die Filme auf dem Online-Portal Youtube.

Ein Kamerateam begleitet die 19-Jährige und ihre Kameraden über zwölf Wochen hautnah – vom Aufstehen bis zum Abend. Die Serie soll die Ausbildung der Rekruten mit allen Höhen und Tiefen abbilden, sagt der Kommunikationchef der Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus. Er verspricht einen ungeschönten Blick in den Soldatenalltag: „Es gibt kein Skript, unser Skript ist der Ausbildungsplan.“

Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht muss die Bundeswehr wie jeder andere Arbeitgeber um Nachwuchs werben. Und der wird immer knapper: Vor allem bei der Marine seien mehrere hundert Stellen vom Elektroniker bis zum Techniker zu besetzen.

Nun geht die Bundeswehr mit der Dokumentation in die Kanäle, die von jungen Menschen genutzt werden: Youtube, Facebook, Instagram, Snapchat.

Die Reality-Dokumentation und deren Kosten waren im Vorfeld von Politikern der Grünen und Linken kritisiert worden. Stabsgefreiter und Ausbilder Niels Neubert findet dennoch nicht, dass die Serie das Soldatenleben verharmlost. „Wir bilden ganz normal nach unserem Ausbildungskonzept aus.“ Nichts sei geschönt. Außerdem würde man nach einer kurzen Zeit die Kameras vergessen. Noch vor dem Start der ersten Folge wurde der Trailer im Netz mehr als eine Million Mal angeklickt. Acht Millionen Euro lässt sich die Bundeswehr die zwölfwöchige Serie inklusive der Begleitung durch Plakate, Radiospots, über Facebook und Instagram kosten. Kommunikationschef Feldhaus zeigte sich mit den ersten Reaktionen zufrieden. Martina Rathke

• Internet: www.youtube.com

OZ

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