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MV aktuell Caffier fordert rasche Strafen für Böller-Täter
Nachrichten MV aktuell Caffier fordert rasche Strafen für Böller-Täter
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06:45 03.01.2018
Den mit rund 100 000 Euro größten Sachschaden gab es in Güstrow, wo ein Mann Teile des Borwin-Brunnens mit einem Feuerwerkskörper zerstörte Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Güstrow

Nach der Silvesternacht mit zwei Toten, mehreren schwer verletzten Menschen und hohen Sachschäden durch zum Teil illegale Pyrotechnik aus Osteuropa fordert Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) härtere Maßnahmen. „Wenn wir die Täter nur zum Petersiliezupfen vergattern, kann das keine abschreckende Wirkung haben“, sagte Caffier der OZ.

In der Nacht zum neuen Jahr hatten Silvesterraketen und vor allem Böller bundesweit für schwere Unfälle gesorgt. In Brandenburg starben zwei Männer durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk. In Rheinsberg, ebenfalls Brandenburg, war ein elf Jahre alter Junge von einem nicht zugelassenen Knaller schwer im Gesicht verletzt worden. In Thüringen erlitt eine 14-Jährige durch einen explodierenden Böller aus Osteuropa massive Augenverletzungen.

Den mit rund 100 000 Euro größten Sachschaden gab es in Güstrow, wo ein Mann Teile des Borwin-Brunnens mit einem Böller zerstörte. Der mutmaßliche 30-jährige Haupttäter – ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft – hat laut Polizei inzwischen gestanden, die Wasserschale des historischen Brunnens am Neujahrsmorgen gegen 1 Uhr mittels Pyrotechnik in Teilen abgesprengt zu haben. Zuvor hatten die Ermittler seine Wohnung und eine Garage durchsucht. Sie waren dort auf mehrere Beweismittel gestoßen. Darunter soll sich ein Handyvideo befinden, auf dem die Vorbereitungen der Tat dokumentiert sind. Intern gehen die Beamten auch in diesem Fall von verbotenem Feuerwerk aus.

„Wenn die Ermittlungsergebnisse belastbar genug sind, muss die Strafe auf dem Fuße folgen“, sagte Caffier. Angesichts der Art, wie „eine bestimmte Gruppe von Menschen“ heute Silvester feiere, sprach er von einer „Verrohung der Gesellschaft. Man erfreut sich an der Zerstörung“.

In MV war dem Zoll zuletzt am 20. Dezember auf der A24 ein polnischer Kleintransporter mit 1,1 Tonnen an Pyrotechnik ins Netz gegangen. In Brandenburg, im Bereich des Hauptzollamtes Frankfurt/Oder, waren in diesem Jahr fast 19 Tonnen beschlagnahmt worden – eine Verdopplung im Vergleich zu 2016.

Ein Teil der Polen-Böller wird über das Internet vertrieben. Der Knaller des polnischen Herstellers Triplex mit dem Namen „Crazy Robot“ ist beispielsweise im Zwölferpack für rund acht Euro bestellbar. Unterschied zu deutscher Ware: In den „Crazy Robots“ stecken fünf Gramm Sprengstoff, ein Vielfaches der hier erlaubten Menge. Erkennungsmerkmal: Verbotenen Knallern aus Osteuropa fehlt das in Deutschland vorgeschriebene CE-Siegel.

Benjamin Fischer

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