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MV aktuell Caffier warnt vor Atom-Endlager
Nachrichten MV aktuell Caffier warnt vor Atom-Endlager
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00:01 24.11.2016

. Wieder mal sorgen Pläne für den Bau eines Atom-Endlagers für Wirbel: Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat gestern mit Nachdruck vor einem neuen Lager in Finnland gewarnt. Der Ostsee-Anrainer plant ein riesiges unterirdisches Depot für hochradioaktive, abgebrannte Atom-Brennstäbe – direkt am Meer und damit nur rund 1500 Kilometer von MV entfernt.

Caffier hat die Stellungnahme des Landes verfasst, er spricht von „Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger“. Zwingend müssten beim Bau eines Endlagers mögliche Terroranschläge, zum Beispiel per Flugzeug, berücksichtigt werden. Auch Schweden will Atommüll unter der Ostsee einlagern.

Das neue Endlager soll entweder im nordfinnischen Pyhäjoki oder in Eurajoki im Süden entstehen. Der nördliche Standort verfügt bereits über ein Atomkraftwerk. Caffier warnt: An beiden Orten gebe es tektonische Bewegungen, also Verschiebungen der Erdplatten. Ein Risiko für die Sicherheit, denn es könnten Risse in den Felsen auftreten. Zudem baue Finnland in Olkiluoto, auch im Süden, bereits ein Atomlager direkt an der Ostsee. Forderung aus MV: Mögliche Auswirkungen auf das Binnenmeer müssten beleuchtet, der Transport von Abfällen über die Ostsee verhindert werden. Über das neue finnische Vorhaben hat Caffier vor zwei Monaten informiert. Pläne sind auf der Internetseite des Ministeriums einsehbar. Doch nicht ein einziger Bürger habe bisher daran Interesse gezeigt. Verhindern können Appelle den Bau in Finnland offenbar nicht. Dies sei „das souveräne Recht eines jeden Staates“.

Während Deutschland aus der Atomenergie aussteigt, bauen die Nachbarn munter weiter. Im März wurden Pläne für ein Atom-Endlager in Forsmark (Schweden) bekannt. Auch Polen hält an seinen Plänen zu neuen Kraftwerken fest. Experten warnen: „Natürlich kann es gefährlich werden, wenn hochradioaktiver Müll unter der Ostsee lagert“, erklärt Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

fp

OZ

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