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MV aktuell Callcenter suchen 2000 Mitarbeiter in MV
Nachrichten MV aktuell Callcenter suchen 2000 Mitarbeiter in MV
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07:03 13.03.2018

Schwerin. Die Callcenter-Branche in MV wächst und sucht Personal. Aktuell habe die Branche rund 17 000 Beschäftigte, sagte Jürgen Heinath vom Beirat der Telemarketing Initiative Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 2000 Mitarbeiter würden gesucht – sie seien schwer zu bekommen. Das übt Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen aus: In Schwerin wirbt seit Kurzem das Unternehmen Convergys mit unbefristeten Arbeitsverträgen und mindestens zehn Euro Stundenlohn plus Leistungszuschlägen. „Wir erhöhen den Stundenlohn in Schwerin ab dem 1. Januar 2018 um 11,1 Prozent“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens, das telefonische Kundenberater sucht.

Box an Box: ein Mitarbeiter in einem Callcenter. Quelle: Foto: Wüstneck/dpa

Eine betriebliche Altersvorsorge, Zuschüsse zum Nahverkehrsticket und ein betriebliches Gesundheitsmanagement wirft der Outsourcing-Dienstleister Capita in Rostock in die Waagschale. Dort wird zudem mit 22 bis 25 Tagen Urlaub im Jahr direkt ab Eintritt geworben. „Das ist mehr, als gesetzlich vorgesehen – und vor allem mehr, als in unserer Branche üblich“, heißt es auf der Internetseite.

Zum Geld sagt Capita: Das Einstiegsgehalt als Kundenberater liege „deutlich“ über dem Mindestlohn und dem Branchenschnitt.

TeleTeam in Stralsund bietet nach der Probezeit sogar 30 Tage Urlaub. Weitere Werbebotschaften auf der Internetseite: Betriebliche Altersvorsorge, Betriebsrat und Firmenfitness-Programm. Die Vergütung sei „überdurchschnittlich“.

Laut der Gewerkschaft Verdi hat die Branche bundesweit einen Personalmangel. Gründe seien die gute Beschäftigungslage einerseits und die schlechte Bezahlung in den Unternehmen andererseits, sagte der zuständige Bundesfachgruppenleiter Markus Nöthen. „Es ist nicht verwunderlich, dass die ersten anfangen, darüber nachzudenken, mehr Lohn zu zahlen.“ Verdi würde es jedoch noch mehr begrüßen, wenn die Call Center einen Branchenverband gründeten und über einen Tarifvertrag verhandeln würden, sagte Nöthen. Der würde es dann unnötig machen, sich gegenseitig mit 50 Cent mehr pro Stunde die Leute abzujagen.

„Wir kämpfen gegen das schlechte Image, das die Branche noch immer hat“, sagte Heinath. Bei der Bezahlung gebe es sehr unterschiedliche Modelle. In den meisten Servicecentern gebe es ein Grundgehalt auf Mindestlohn-Niveau plus Leistungsprämien. „Eine höhere Bezahlung ist schwierig. Servicecenter sind Dienstleister für große Unternehmen und können den Mitarbeitern nur so viel zahlen, wie sie einnehmen.“ Viele Unternehmen versuchten, ihren Beschäftigten anderweitig entgegenzukommen, etwa bei der Gestaltung der Arbeitszeiten, damit sie Job und Familie unter einen Hut bringen. Ein neuer Trend der Branche sei, kleinere Einheiten im ländlichen Bereich zu schaffen, sagte Heinath weiter. „Nach dem Motto: Kommt das Personal nicht zu uns, gehen wir zu ihm.“ Dazu müsse die Versorgung mit Breitband-Internet in Mecklenburg-Vorpommern aber schneller vorankommen. „Dafür sind wir mit Digitalisierungsminister Christian Pegel im Gespräch.“

Höhere Löhne

11 Prozent mehr Lohn erhalten die Mitarbeiter des Kundenservice-Dienstleisters Convergys in Schwerin seit Jahresbeginn.

Auch in Wismar dürfen sich Convergys-Kundenberater über mehr Geld freuen. Hier steigen die Löhne um 5,6 Prozent auf 9,50 Euro pro Stunde.

Callcenter im Nordosten wie Convergys suchen derzeit händeringend nach neuem Personal. Doch die Anforderungen an die Mitarbeiter im Callcenter wachsen. Kunden und Auftraggeber werden anspruchsvoller, gleichzeitig steigt die Komplexität der zu betreuenden Sachverhalte.

Iris Leithold

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