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MV aktuell Charlotte – Mecklenburgs Meghan?
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00:08 17.05.2018
Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. 1761 wurde sie durch Heirat mit dem britischen König Georg III. zur Queen Charlotte.

Nach ihrer Hochzeit mit Prinz Harry wird Meghan Markle das erste Mitglied des britischen Königshauses mit afrikanischen Wurzeln in der Moderne sein.

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Prinzessin aus Mirow hatte als britische Monarchin angeblich afrikanische Wurzeln – wie Meghan Markle

Einige Kommentare in sozialen Medien bezeichnen Meghan schon als „schwarze Prinzessin“. Dabei wird sie wahrscheinlich in den Stand einer Herzogin erhoben. Die Vermählung am Sonnabend bringt auch wieder Leben in die Debatte, ob eine in Deutschland geborene britische Monarchin nicht in Wirklichkeit die erste „schwarze Prinzessin“ gewesen sein könnte. Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz heiratete 1761 im Alter von 17 Jahren den britischen König Georg III. Sie gebar ihm 15 Kinder. Prinz Harry ist ein direkter Nachkomme der deutschen Prinzessin.

Charlotte wurde laut ihrer offiziellen königlichen Biografie 1744 als Tochter des „Prinzen von Mirow“, Karl zu Mecklenburg, und seiner Frau Prinzessin Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen im mecklenburgischen Mirow geboren. Noch auf ihrem Sterbebett fädelte Elisabeth Albertine laut Schlossverein Mirow die hohe Heirat ihrer Tochter nach England ein.

Hinweise auf mögliche andere Wurzeln gibt es in der Biografie nicht, aber der Historiker Mario de Valdes y Cocom glaubt an eine Verbindung mit Afrika. Diese lasse sich auf ihre direkte Abstammung von einer schwarzen Linie des portugiesischen Königshauses – genauer gesagt Margarita de Castro y Sousa – zurückführen, so der auf die Erforschung der afrikanischen Diaspora spezialisierte Valdes.

Viele der Spekulationen über Königin Charlottes angeblich afrikanischen Wurzeln nähren sich aus mehreren Gemälden des schottischen Malers Allan Ramsay. Dieser porträtiert die Monarchin mit stark gekraustem Haar und – wenn man manchen Interpretationen glauben darf – afrikanischen Gesichtszügen.

Die königliche Sammlung beschreibt Ramsays Arbeit als „nahe an der Eleganz, Subtilität und Präzision der französischen Porträtkunst“, macht aber keine Aussagen über die Unterschiede in seinen Bildern zur Darstellung Charlottes durch andere Maler. Valdes ist der Ansicht, dass Ramsay – ein erklärter Gegner der Sklaverei – die wahre Charlotte zeigen wollte, während andere Maler der Konvention der Zeit gefolgt waren und „unerwünschte Züge“ abschwächten.

Desmond Shawe-Taylor, zuständig für die Pflege der königlichen Gemäldesammlung, hingegen glaubt nicht an die „schwarze Prinzessin“. Das Britische Museum besitze eine große Sammlung von Karikaturen der Königin, sagte er der Zeitung „The Guardian.“ „Keine von ihnen zeigt sie als Afrikanerin und man würde meinen, das hätten die Karikaturen gezeigt, wenn sie offensichtlich afrikanischer Abstammung gewesen wäre.“ Die Zeichner hätten dies sicher deutlich gemacht, meint er.

Auch auf der Internetseite des Schlossvereins Mirow wird diese These mit keiner Silbe erwähnt – dafür andere interessante Geschichten rund um die spätere Königin: Sophie Charlotte hatte sechs Geschwister. Zu denen zählten der durch den Roman „Dörchläuchting“ von Fritz Reuter bekannt gewordene Herzog Adolf Friedrich IV. und Carl, der Vater der späteren preußischen Königin Luise, der Großherzog in Mecklenburg-Strelitz wurde.

Charlotte erhielt eine gute Ausbildung. Sie sprach mehrere Sprachen, war sehr musisch veranlagt und interessiert an Naturwissenschaften. Am 15. August 1761 wurde der Ehevertrag mit König Georg unterschrieben. Am 17. August verließ Charlotte ihre Heimat, die sie nie wiedersehen sollte.

Neustrelitz und die Strelitzie

Strelitzia reginae – Strelitzie der Königin wurde eine bis dahin in Europa unbekannte farbenprächtige Kostbarkeit benannt, die der Schotte Francis Masson 1773 nach London schickte. Der Name der Blume ist an die Heimat der begeisterten Botanikerin Sophie Charlotte angelehnt. 1818 machte die Königin ihrer Familie in Mecklenburg-Strelitz eine Strelitzienstaude zum Geschenk. Sie blühte erstmals im Neustrelitzer Schlossgarten.

Bill Smith, Ivonne Marschall und Axel Büssem

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