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MV aktuell Chinesen kaufen Milchpulver für Babys auf: Engpässe in MV
Nachrichten MV aktuell Chinesen kaufen Milchpulver für Babys auf: Engpässe in MV
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00:00 23.04.2013
Nils (12 Monate) aus Rostock schmeckt jeder Milchbrei.
Rostock

Baby-Milchpulver der Firma Milupa wird nun auch in Mecklenburg-Vorpommern Mangelware. „Erst waren Engpässe in Großstädten wie Berlin oder Hamburg spürbar“, sagt Hans-Martin Bohac vom Einzelhandelsverband Nord. Inzwischen seien Einzelhändler entlang der Ostseeküste betroffen. Nach den Milupa-Produkten Milumil und Aptamil suchen Kunden in vielen Geschäften in MV vergeblich.

Der Grund: Chinesische Eltern greifen vermehrt zu deutschem Milchpulver, da sie das Vertrauen in heimische Produkte verloren haben. In der Volksrepublik sind in den letzten Jahren Skandale mit verunreinigter Milch öffentlich geworden, wie zuletzt im Sommer 2012, als Quecksilber in Baby-Milch auftauchte.

Hersteller Milupa vermutet, dass Privatpersonen und Kleinunternehmer die Produkte kaufen und sie nach China exportieren. Denn Milupa liefert selbst nicht ins asiatische Land. Bundesweit seien die Folgen spürbar, sagt Bohac vom Einzelhandelsverband Nord. So auch in Rostock: In einer Drogerie am Boulevard waren gestern Nachmittag alle Aptamil- und Milumil-Packungen vergriffen.

Es sei eine schwierige Situation, erklärt Stefan Stohl, Sprecher der Milupa GmbH, die zum Danone-Konzern gehört. Wöchentlich gehen rund 3000 Anrufe besorgter Eltern bei dem hessischen Unternehmen ein — auch aus MV. „Die Eltern sind ratsuchend bis wütend“, erzählt Stohl. Die Lage sei jedoch von Laden zu Laden unterschiedlich. In einem Dorfladen könne eher das Baby-Milchpulver gekauft werden als in einer Großstadt wie Rostock. Auf ihrer Internetseite entschuldigt sich die Firma für die aktuellen Lücken im Regal. Der Umsatz dürfte das Unternehmen allerdings erfreuen: Während im ersten Quartal 2013 die Firma noch 1,9 Millionen Packungen von Aptamil und Milumil verkaufte, könnten es im zweiten Quartal 2,5 Millionen werden. „Wir kommen bei der Nachfrage nicht hinterher“, sagt Stohl.

Annika Albrecht, Sprecherin der Supermarktkette real, bestätigt: „Der Hersteller Danone ist seit mehreren Monaten nicht dazu in der Lage, die Kundenwünsche nach Aptamil zu befriedigen“, sagt sie.

Eine starke Nachfrage nach Säuglingsnahrung der Marke Aptamil verzeichnet auch die Drogeriemarkt-Kette dm, wie Geschäftsführer Christoph Werner bestätigt. Nicht überall sei zu gewährleisten, dass die Regale immer voll seien. Viele Eltern wären verunsichert. Wenn die gewünschte Säuglingsnahrung dann endlich vorhanden sei, käme es vermehrt zu Vorratskäufen. Die dann erneut für leere Regale sorgten. Deshalb entschied sich dm, die Verkaufsmengen zu rationieren: In vielen Filialen in MV wird das Babymilch-Pulver nun in haushaltsüblichen Mengen, also zwei bis drei Packungen pro Person, verkauft. Plakate informieren darüber.

Entwarnung gibt Hebamme Claudia Süpner aus Rostock. „Es gibt eine Riesen-Auswahl an Babynahrung“, sagt sie. Doch die meisten Eltern zögen es vor, bei Bewährtem zu bleiben. Ob das Baby auch andere Milch vertrage, müsse man selbst herausfinden.

Skandale mit Säuglingsnahrung in China
In China sind bisher verschiedene gefährliche Stoffe in Baby-Milchpulvern gefunden worden: Im Sommer vergangen Jahres ist in Babymilch Quecksilber entdeckt worden. Eine Vergiftung mit dem Schwermetall kann zu Schäden bis hin zum Tod führen.      

2008 sind sechs Säuglinge in der Volksrepublik gestorben und 300 000 erkrankt, weil sie mit verseuchter Säuglingsmilch gefüttert wurden. Das Milchpulver, das mit Wasser angerührt wurde, war mit der Industriechemikalie Melamin versetzt.

Elena Vogt

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