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Commerzbank: Filialen sollen bleiben

Rostock Commerzbank: Filialen sollen bleiben

Jahresbilanz: Geldinstitut wächst weiter / 3000 neue Kunden / Keine Strafzinsen geplant

Rostock. Die Commerzbank in Mecklenburg-Vorpommern bleibt auf Wachstumskurs: 3000 neue Kunden konnte das Geldinstitut 2016 nach eigenen Angaben hinzugewinnen – darunter 100

Firmenkunden. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr, und damit nun insgesamt 113000 Klienten.

Für viele Menschen im Flächenland MV ist vor allem das Filialnetz wichtig. „Hier wollen wir weiter präsent sein, unsere 13 Filialen im Land bleiben erhalten“, sagt Mathias Paulokat, Sprecher der Commerzbank, gestern während der Präsentation der Jahresbilanz in Rostock. Jede einzelne befinde sich derzeit im Wachstum, was den Kundenstamm betrifft. Auch deshalb sei eine Reduzierung kein Thema.

Gleiches gelte für die Arbeitsplätze der rund 170 Mitarbeiter landesweit. „Der persönliche Kontakt ist wichtig. 70 Prozent der Neukunden gewinnen wir über die Filialen“, ergänzt die Rostocker Niederlassungsleiterin Daniela Rubbert-Göhner.

Andere Banken im Land – mit einem insgesamt allerdings noch dichteren Filialnetz – geben derzeit Standorte auf. So schließt die Volks- und Raiffeisenbank Mecklenburg sieben ihrer 38 Anlaufstellen, die Deutsche Bank bis Ende 2017 sieben von 20 Filialen und die Sparkasse Vorpommern acht ihrer 88 Niederlassungen. Als einen Grund für die Schließungen nannten die Unternehmen, dass immer weniger Kunden persönlich in die Filialen kämen und vermehrt Online- Banking nutzten.

Auf die Digitalisierung setzen auch die Verantwortlichen bei der Commerzbank. In Planung sei beispielsweise ein digitaler Ratenkredit, der selbstständig online abgeschlossen werden kann.

Digital-Nutzer seien zudem keineswegs nur junge Leute. „Auch 70-Jährige machen Online-Banking“, sagt Sprecher Paulokat.

Grundsätzlich ist bei den Kunden laut Angaben der Bank vor allem das kostenlose Girokonto, von dem sich viele Wettbewerber verabschiedet haben, nachgefragt. „Wir halten daran fest“, betont Paulokat.

Aber wie finanziert sich das? Der Kunde werde „ganzheitlich betreut“. Ihm würden von Krediten über Altersvorsorge bis zu Wertpapieren verschiedenste Angebote unterbreitet. „Die müssen dann so gut sein, dass wir das kostenlose Girokonto refinanzieren können“, erklärt Paulokat.

Als Schreckgespenst geisterte in den vergangenen Wochen auch das Thema Strafzinsen durch die Medien. Als erstes Geldinstitut in MV hatte die Sparkasse Vorpommern angekündigt, Negativzinsen für Kunden mit Guthaben ab 100000 Euro zu verlangen. Andere Institute wie die Deutsche Bank, die Rostocker VR-Bank, die Ostseesparkasse sowie die Commerzbank wollen die Negativzinsen für Privatkunden zunächst nicht einführen.

Virginie Wolfram

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