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MV aktuell Polizei warnt: Unbekannte verlangen Nacktbilder von Zehn- und Elfjährigen
Nachrichten MV aktuell Polizei warnt: Unbekannte verlangen Nacktbilder von Zehn- und Elfjährigen
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16:21 04.02.2019
Immer mehr Fälle von Cyber-Grooming über Messenger-Dienste wie WhatsApp auch in MV. Quelle: Wolfram Kastl/dpa
Rostock

Die Polizei warnt vor dem sogenannten Cyber-Grooming: Am Wochenende haben mehrere Eltern in MV Anzeige erstattet. Der Grund: Ihre Töchter haben WhatsApp-Nachrichten erhalten, in denen sie aufgefordert wurden, Nacktbilder und Videos von sich zu schicken.

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg warnt: In den vergangenen Tagen sind vermehrt WhatsApp-Nachrichten mit sexuellem Hintergrund an Kinder verschickt worden. „Wir appellieren in diesem Zusammenhang eindringlich an die Familienangehörigen: Sprechen Sie mit Kindern über diese Masche. Machen Sie Kindern und Jugendlichen klar, dass sie niemals auf solche Nachrichten reagieren und sich nicht unter Druck setzen lassen sollten. Erklären Sie Ihren Kindern, wie rasend schnell sich Bilder in Netzwerken verbreiten“, sagt Sprecherin Claudia Tupeit.

Nacktbilder von Kindern zu fordern ist strafbar. Der Straftatbestand fällt unter „sexueller Missbrauch von Kindern“. Wie viele Fälle es in den vergangenen Jahren in MV davon gegeben hat, sei nicht klar, weil der Bereich bisher nicht gesondert aufgeführt werde, sondern unter „sexueller Missbrauch“ laufe, heißt es dazu von der Polizei.

Zehn- bis Elfjährige betroffen

Beim Cyber-Grooming wird insbesondere zu Kindern in sozialen Netzwerken zunächst ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das schließlich dazu genutzt wird, an Aufnahmen mit teilweise kinderpornografischen Inhalten zu gelangen.

Nach Angaben der Polizei sind die Betroffenen allesamt Mädchen im Alter zwischen zehn und elf Jahren. Anzeigen gab es vor allem im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Kinder wurden von unbekannten Tatverdächtigen, die sich teils als angeblich weibliche, 18 Jahre alte Person ausgaben, aufgefordert, Nacktbilder und Videos von sich zu verschicken.

Die Polizei rät: Kinder sollten niemals (Nackt-)Bilder von sich selbst oder Freunden machen und diese womöglich noch verschicken – auch nicht an ihnen bekannte Personen. Oft sind sich Kinder der Tragweite ihres Handelns gar nicht bewusst. Eltern sollten auch mit ihrem Nachwuchs über eine mögliche Beeinflussung durch die Zugehörigkeit zu „WhatsApp-Freundesgruppen“ sprechen. Auch hierbei bestehe die Gefahr, dass ein Freund auf die Aufforderungen eingeht und seine Gruppe auffordert, ebenfalls mitzumachen.

Immer Anzeige erstatten

Eltern sollten immer Anzeige erstatten. Betroffene Kinder sollten sich unbedingt an die Eltern oder andere erwachsene Vertrauenspersonen wenden und diese über entsprechende Nachrichten informieren.

Die Polizei gibt auch Tipps für den Umgang mit WhatsApp: So sollten die Profilinformationen für unbestätigte Nutzer verborgen werden. Sollte Eltern ein Profil nicht geheuer erscheinen, sei es ratsam es zu blockieren oder auch Nutzer zu melden. „Tippen Sie dazu auf den Nutzer-Namen, scrollen Sie ganz hinunter und gehen Sie auf ’Kontakt melden’“, so die Polizei.

Gleichzeitig macht die Polizei darauf aufmerksam, dass der Nachrichtendienst WhatsApp selbst im Zuge der neuen EU-Datenschutzverordnung das Mindestalter für seine Nutzer auf 16 Jahre angehoben hat.

Nähere Informationen und Tipps gibt es unter www.klicksafe.de

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Virgine Wolfram

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