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„Das Risiko zahlen die Verbraucher“

„Das Risiko zahlen die Verbraucher“

Windräder, mehr Windräder! So jedenfalls lautet die Losung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er will bei der Energiewende „nicht auf halbem Wege stehen bleiben“.

Windräder, mehr Windräder! So jedenfalls lautet die Losung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er will bei der Energiewende „nicht auf halbem Wege stehen bleiben“. Offenbar jedoch begreift er die Realität beim Transport des Stroms aus MV nicht.

Denn wenn die Sonne scheint, der Wind weht und am Wochenende die Produktion stillsteht, gibt es Öko-Strom im Überfluss. Irgendwo muss die gewonnene Energie aber hin. Doch der Wind lässt sich nicht einfach abstellen und auch die Sonne sich nicht am Scheinen hindern. Doch kaum einer will den Strom. So stoppen ihn etwa die Tschechen aus Windkraftanlagen an ihrer Grenze, um Überlastungen zu vermeiden. Die Österreicher nehmen ihn ab – für ihre Pumpspeicheranlagen. Den Dienst lassen sie sich indes bezahlen. Fließt dann montags der Strom zurück nach Deutschland, kostet das erneut.

Rund 1000 Windräder können in MV pro Jahr gebaut werden, besagt die kürzlich von den Ministerpräsidenten vereinbarte Reform der Ökostrom-Förderung. Für Ostsee-Windparks gibt es keine Begrenzung. Na toll! Also bezahlt für den überflüssigen Strom der Verbraucher. Die Offshore-Betreiber kassieren derweil Subventionen. Steuern bezahlen sie hierzulande kaum, sondern – wenn überhaupt – in Steueroasen. Selbst das Geschäftsrisiko lassen sie sich vom Verbraucher bezahlen. Das nennt sich Offshore-Abgabe. Jens Matschenz, Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände MV, jammert, dass geplante Projekte bei einer Deckelung „massiv infrage“ gestellt werden. Es ist ja auch ein profitables Geschäftsmodell! Windmüller träumen geradezu von „windfall profits“. Die Subventionen fließen, auch wenn der Strom für Nirwana oder gar nicht produziert wird.

In Berlin will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Ausbau der Ökostrom-Anlagen an die Netzkapazitäten knüpfen. Dann müsste die Verspargelung von Mecklenburg-Vorpommern und der Ostsee schon jetzt ein Ende haben.

OZ

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