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MV aktuell Das Wunder von Boltenhagen: Ärzte retten 32-Jährigen
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00:00 13.03.2013
Eine gro�e Narbe zeugt von dem schweren Unfall. Schmerzen hat Nico D�rfeld heute nicht mehr.
Boltenhagen

Es grenzt an ein Wunder, dass Nico Dörfeld so lebensfroh auf seiner Couch in der Stube seiner Boltenhagener Wohnung sitzt und positiv in die Zukunft schaut. Hätten ihn seine Schutzengel am 13. Juli 2012 im Stich gelassen, würde der 32-Jährige vielleicht als Pflegefall ans Bett gefesselt oder gar tot sein. Ärzte im Schweriner Klinikum haben einen erheblichen Anteil daran, dass er mit leuchtenden Augen seine Mutter anschaut, sie umarmt und drückt — und das nicht nur für den Fotoapparat, der auf beide gerichtet ist.

Rückblick: Mit seinem Freund hat sich Nico in Boltenhagen (Landkreis Nordwestmecklenburg) zu einem gemütlichen Kneipenabend verabredet. Gegen 23 Uhr macht sich der junge Mann allein mit seinem Fahrrad auf den Weg nach Hause. Auf der Mittelpromenade fährt er versehentlich eine Urlauberin an. Nico stürzt, schlägt mit dem Kopf auf den Asphalt und wird bewusstlos. Die Frau bleibt unverletzt.

„Der Aufprall löste eine Blutung zwischen Gehirn und Hirnhaut aus, die den Druck auf das Gehirn so stark erhöhte, dass der Patient bewusstlos wurde und akute Lebensgefahr bestand“, erläutert Dr.

Oliver Heese, Chefarzt der Klinik für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie der Helios Kliniken Schwerin. Um 2 Uhr wird Nico im Klinikum der Landeshauptstadt notoperiert. Die Neurochirurgen entfernen ein mehr als faustgroßes Stück Schädelknochen auf der linken Kopfhälfte. „Zu diesem Zeitpunkt war der Druck auf das Gehirn bereits so stark, dass ein tödlicher Hirninfarkt drohte“, so Heese. „Dass er heute wieder ein eigenständiges Leben führen kann, grenzt an ein Wunder.“

Mehr als zwei Wochen liegt der gebürtige Grevesmühlener im Koma. Am 2. August wird er für eine Frühreha in eine Fachklinik nach Leezen verlegt. Schlucken, Sprechen, Lesen, Schreiben, Laufen — alles, was die linke Gehirnhälfte steuert — muss Nico neu lernen. Zur Sicherheit trägt er ständig einen Helm. Zu groß ist die Verletzungsgefahr durch das fehlende Stück Schädelknochen. Ohne diesen lebt der gelernte Maler, der bis zu dem Unfall als Lkw-Fahrer tätig war, bis zum 15. Februar dieses Jahres. An jenem Freitag setzen ihm Neurochirurgen eine künstliche Schädelplatte ein.

Geblieben ist eine große Narbe, die sehr gut heilt — ebenso die seelischen Narben. „Er hat bitterlich geweint, als er von dem Unfall erfuhr“, erzählt Birgit Dörfeld (51), die ihren Sohn zunächst bei sich aufnimmt. Lange wusste Nico nicht, was ihm eigentlich widerfahren war. Erinnerungen an die Familie kamen nur langsam wieder. Heute ist ihm bewusst: Er kann jetzt zweimal im Jahr Geburtstag feiern.

Der schwere Unfall liegt jetzt acht Monate zurück. Nico sitzt auf dem Sofa und lächelt stolz. Seit einigen Tagen lebt er wieder in seinen eigenen vier Wänden im Boltenhagener Ortsteil Tarnewitz — ein Stück Eigenständigkeit für ihn. Er selbst weiß, dass es an ein Wunder grenzt, dass er sich entgegen der sehr schlechten Prognose schnell erholte. Zu kämpfen hat der junge Mann — nur, muss man fast sagen — mit Konzentrationsstörungen. Auch sein Kurzzeitgedächtnis ist eingeschränkt. „Aber ich muss keine Medikamente nehmen. Kopfschmerzen habe ich auch nicht“, erzählt er und ergänzt, dass er das Leben neu schätzen gelernt habe. „Ich genieße das Zwitschern der Vögel im Wald oder den Duft der Natur.“

Es sei selten, dass solche Verletzungen so gut verlaufen, erklärt Chefarzt Heese. Alle vier Wochen würden schwere Fahrradunfälle im Schweriner Klinikum behandelt. „Nicht immer mit gutem Ende.“

Dass er heute wieder ein eigenständiges Leben führen kann, grenzt an ein Wunder.“Chefarzt Oliver Heese über Nico Dörfeld

Jana Franke

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