Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Das geht ins Geld: Butter, Milch und Äpfel viel teurer
Nachrichten MV aktuell Das geht ins Geld: Butter, Milch und Äpfel viel teurer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 19.10.2017

Schlechte Ernten, hohe Nachfrage: Die Preise für viele Lebensmittel steigen derzeit kräftig an. Vor allem für Butter, Milch und Äpfel müssen Verbraucher tiefer in die Taschen greifen. So kostet etwa Butter aktuell gut 70 Prozent mehr als noch vor einem Jahr – das ist der steilste Anstieg seit 26 Jahren. Insgesamt sind die Nahrungsmittelpreise in Mecklenburg-Vorpommern laut dem Statistischen Landesamt im September um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat geklettert.

Butterpreise steigen sogar um rund 70 Prozent

38

Cent bekommen

Bauern gegenwärtig im Bundesdurchschnitt je Kilogramm Rohmilch. Experten

halten 40 Cent für nachhaltiges Wirtschaften für erforderlich.

Nach der Milchmarktkrise im vergangenen Jahr erlebe die Agrar- und Lebensmittelbranche „ein historisches Preishoch bei Blockbutter“, heißt es beim Bauernverband MV. Gründe für die Butterpreis-Rekorde seien etwa eine „vermehrte Nachfrage nach fetthaltigen Produkten im In- und Ausland“ sowie reduzierte Lieferungen durch die Milchviehbetriebe.

Die Preiserhöhungen betreffen alle Milchprodukte: So sind Milch, Sahne und Quark laut dem Statistischen Bundesamt um jeweils rund 30 Prozent teurer geworden. Auch Käse und Joghurt kosteten wegen der Preiserhöhungen deutlich mehr als ein Jahr zuvor.

Für die Obstfreunde schlagen derzeit die Apfelpreise ins Kontor. Für Äpfel, die im Moment sehr gefragt seien, müssten Verbraucher zwischen „30 bis 50 Cent pro Kilogramm“ mehr bezahlen, erklärt Obstbauberater Rolf Hornig aus Schwerin. Frost und Feuchtigkeit im Frühjahr haben zu hohen Ernteausfällen um etwa die Hälfte der normalen Erträge geführt. Betroffen sind laut Hornig alle Sorten – also auch der beliebte „Elstar“. Ausfälle habe es zudem bei Kirschen und Pflaumen gegeben. Ein Lichtblick: Die Ernte der „regionalen Spitzenkultur Sanddorn“ hingegen sei sehr gut verlaufen. Wenn das vorhandene Angebot die Nachfrage nicht decken könne, „hat das in der Marktwirtschaft Auswirkungen auf den Preis“, erklärt die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale MV, Uta Nehls. Um Geld zu sparen, könne man weniger Butter verwenden oder als günstigere Alternative Margarine kaufen. Und der Vitaminbedarf lasse sich statt mit Äpfeln in den nächsten Wochen mit Zitrusfrüchten decken, deren Saison jetzt beginnt.

Der Bauernverband hofft unterdessen auf einen „weiteren Preisanstieg“. Höhere Erlöse der Milchbetriebe seien „dringend notwendig, um die finanziellen Verluste der vergangenen zwei Jahre ausgleichen zu können“, heißt es. Derzeit würden Milchbauern „noch zu wenig von den angezogenen Butterpreisen“ profitieren.

Allerdings wird sich der steile Anstieg der Butterpreise nach Ansicht von Marktbeobachtern wohl nicht weiter fortsetzen. Zum einen steht derzeit mehr Milch zur Verfügung, zum anderen zeigen sich die Verbraucher zunehmend zurückhaltender, ein Butterstück für etwa zwei Euro zu kaufen. Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter befürchtet daher sinkende Preise für Milchprodukte, was für Landwirte ein herber Rückschlag wäre. Seite 6

Axel Meyer

Preise für Eigentum laut Studie um 50 Prozent gestiegen

19.10.2017

MV unterstützt den Vorstoß anderer Ost-Länder

19.10.2017

Ein Profi war das wohl nicht: Auf der Flucht aus einem Schweriner Klamottenladen hat ein allzu schusseliger Langfinger am Dienstagnachmittag so eindeutige ...

19.10.2017
Anzeige