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MV aktuell Das große Niesen: Grippe und Erkältungen plagen Rostock
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00:01 09.02.2017

Die Grippewelle hat Mecklenburg-Vorpommern voll erfasst: 350 neue Fälle sind in der vergangenen Woche gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der Erkrankungen in dieser Saison auf 1327. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt erst 303. Die Zahl der Todesfälle stieg auf vier. Alle vier Opfer gehörten Risikogruppen an. Aber auch andere Erkältungskrankheiten breiten sich derzeit im Nordosten rasant aus: In manchen Kitas fehlt ein Drittel der Kinder wegen Schnupfen oder Husten.

„„Nur jeder Fünfte, der eigentlich eine Impfung bräuchte, hat auch eine.“ Christian Virchow, Uniklinik Rostock, über das Impfverhalten im Gesundheitswesen

Hochburg der Grippe sind derzeit Rostock und Umgebung. In der Hansestadt kamen innerhalb einer Woche 101 Patienten dazu, im Landkreis Rostock waren es noch einmal 79. An der Mecklenburgischen Seenplatte wurden dagegen nur fünf neue Fälle gemeldet. Bei den anderen Atemwegserkrankungen liegt dagegen der Schwerpunkt im Süden des Landes: Das Landesgesundheitsamt meldet für die Seenplatte und den Kreis Ludwigslust-Parchim eine sehr hohe Aktivität von Viren und Keimen, in Rostock dagegen nur eine geringe. Für die Kindereinrichtungen im Land spricht das Amt insgesamt von einer „sehr hohen Aktivität“. Insgesamt hat jede dritte Kita einen Krankenstand von mehr als zehn Prozent. Der höchste Wert liegt bei 32,6 Prozent, der Durchschnitt bei 8,6 Prozent. Basis ist das System KARE (Krankenstand akuter respiratorischer Erkrankungen), für das wöchentlich die Zahlen von mehr als 100 Kitas im Land zusammengetragen werden.

An den Schulen gibt es dagegen wegen der Ferien keine Probleme. Das Landesgesundheitsamt rechnet aber nach den Winterferien mit dem Höhepunkt der Grippewelle und rät insbesondere Risikogruppen, sich noch dagegen impfen zu lassen. Dazu gehören chronisch Kranke, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und von Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr. Alle vier Todesopfer hätten diesen Risikogruppen angehört.

Bis auf einige wenige Ausnahmen erkrankten laut Landesgesundheitsamt bisher nur Menschen, die keine Grippeschutzimpfung hatten. Auch Christian Virchow, Direktor der Abteilung für Pneumologie an der Universitätsklinik Rostock, rät daher zur Impfung: „Selbst wenn man dennoch krank wird, ist der Verlauf weniger dramatisch.“ Sogar im Gesundheitswesen schützten sich zu wenige Mitarbeiter: „Nur jeder Fünfte, der eigentlich eine Impfung bräuchte, hat auch eine“, kritisiert Virchow.

Von schweren Krankheitsverläufen sind allerdings vor allem ältere Menschen betroffen. In dieser Altersgruppe sei die Grippesymptomatik häufig nicht so typisch wie bei jungen Erwachsenen oder Kindern, so das Gesundheitsamt. Die Patienten hätten nicht immer Fieber. Trotzdem habe diese Altersgruppe das höchste Risiko für Komplikationen, am häufigsten für eine Lungenentzündung.

Ältere Menschen sollten daher auch bei nicht fieberhaften akuten Atemwegserkrankungen ihren Hausarzt konsultieren. Hier gibt es laut Virchow Nachholbedarf: „Nur wenige Hausärzte testen auch auf Grippe.“ Daher seien auch die Zahlen aus der amtlichen Statistik nur bedingt verlässlich.

Axel Büssem und Birgit Sander

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