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Aktuelle Umfrage: 58 Prozent der Wähler in MV befürworten derzeit eine Neuauflage der Regierung aus SPD und CDU, eine Koalition aus SPD und Linken 45 Prozent / Dreier-Bündnisse hätten dagegen weniger Unterstützer

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Wer regiert demnächst im Schweriner Schloss? Am 4. September fällt bei der Landtagswahl die Entscheidung.

Quelle: Jens Büttner/dpa/grafiken: Arno Zill

Schwerin. SPD und CDU sollen es weitere fünf Jahre machen: Die Große Koalition erhält überwiegend gute Noten in einer Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der OZ. 58 Prozent der Befragten bewerten eine solche Partnerschaft als „sehr gut“ oder „gut“, 39 Prozent dagegen als „weniger gut“ oder „schlecht“. Damit punkten die beiden Parteien auch zehn Jahre nach Beginn ihrer gemeinsamen Regierungszeit deutlich stärker als andere. Eine Koalition aus SPD und Linken käme nur auf 45 Prozent Zustimmung – bei 51 Prozent Ablehnung.

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Aktuelle Umfrage: 58 Prozent der Wähler in MV befürworten derzeit eine Neuauflage der Regierung aus SPD und CDU, eine Koalition aus SPD und Linken 45 Prozent / Dreier-Bündnisse hätten dagegen weniger Unterstützer

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Für Martin Koschkar, Parteienforscher an der Universität Rostock, sind die aktuellen Zahlen klares Signal, dass im Land derzeit „keine Wechselstimmung“ vorliege. „Die Fortsetzung der Großen Koalition unter Führung der SPD erscheint ähnlich wie 2011 als Wunschkoalition“, sagt er. Dies gelte auch, obwohl die Zustimmung zu den Koalitionspartnern insgesamt abgenommen hat. Andere Modelle spielten offenbar in der Wahrnehmnung der Bevölkerung eine deutlich geringere Rolle.

Die aktuelle Umfrage bestätigt dies. Noch tiefer in der Wählergunst rangieren Dreier-Koalitionen. Würden sich SPD, CDU und Grüne zusammenfinden – egal welche Partei führt –, würden dies 44 Prozent der Befragten befürworten, eine Mehrheit, 51 Prozent, lehnt dies dagegen ab. Auch eine rot-rot-grüne Regierung fände weniger Zuspruch: 37 Prozent der Befragten schätzen eine mögliche Koalition aus SPD, Linke und Grünen als „sehr gut“ oder „gut“ ein, 60 Prozent lehnen dies ab. Ähnlich ist das Ergebnis für eine abgefragte Verbindung von SPD, CDU und FDP. 60 Prozent halten dies für weniger gut oder schlecht, nur 34 Prozent könnten es sich vorstellen.

Nach dem Umfrageergebnis wären rechnerisch zwei Koalitionen möglich: SPD und CDU kämen auf 49, SPD, Linke und Grüne auf 48 Prozent. Da kleinere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, wäre jeweils eine knappe Regierungsmehrheit gegeben.

SPD-Spitzenkandidat Erwin Sellering ist zufrieden: „Wir können auf eine wirklich gute Regierungsarbeit zurückblicken“, sagt er. Das Land sei wirtschaftlich vorangekommen, die Arbeitslosigkeit gesunken, Kita-Betreuung verbessert, Schulden abgebaut worden. Er freue sich, dass „diese Bilanz nun Anerkennung findet“. Lorenz Caffier (CDU) liest aus den neuen Zahlen heraus, dass seine Partei und die SPD allein wieder die Regierung stellen könnten. „Dies ist die Zielstellung der CDU und daher erfreulich.“ Weitere Bewertungen wollte er nicht abgeben.

Heidrun Bluhm (Linke) wirbt dagegen für eine Regierung mit der SPD. Die Umfrage zeige, „dass sich fast die Hälfte der Bürger eine Regierungsbeteiligung der Linken wünscht“. Für Leif-Erik Holm (AfD) sind diese genannten Koalitionen „alle nicht vielversprechend“. Als stärkste Kraft würde seine Partei auch Verantwortung übernehmen wollen. Wichtiges Ziel sei es, Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün zu verhindern. Holm und auch Jürgen Suhr (Grüne) machen die „Flut“ an Übergaben von Fördermittelbescheiden durch SPD und CDU für das Ergebnis der Umfrage mit verantwortlich. Suhr wiederum will ein weiteres Erstarken der AfD verhindern. Über Koalitionen wolle er derzeit nicht spekulieren. „Für uns zählen die Inhalte, nicht mögliche oder unmögliche Regierungskoalitionen.“

Der Rückenwind für SPD und CDU spiegelt sich auch in der Frage nach der Zufriedenheit mit den derzeitigen Koalitionären wider. 54 Prozent der Befragten recken für CDU und SPD hier den Daumen in die Höhe, 36 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Interessant hier: Die Große Koalition kann vor allem in der Altersgruppe 65 plus punkten: 60 Prozent Zustimmung. Bei den 50- bis 64-Jährigen dagegen halten sich Zuspruch und Ablehnung exakt die Waage – Tiefstwert. Punkten können SPD und CDU mit ihrer Arbeit selbst bei Wählern anderer Parteien. So sind 49 Prozent der Linken-Wähler zufrieden. Bei den Grünen sind es 38, bei der AfD zwölf. SPD- und CDU-Wähler schätzen die Ergebnisse der Großen Koalition mit 75 beziehungsweise 76 Prozent positiv ein.

Koalitionen in MV seit 1990

4 Parteien waren seit 1990 in MV bereits in Regierungsverantwortung. Die Koalitionen:

1990 bis 1994: CDU und FDP, Ministerprädidenten: Alfred Gomolka (bis 1992) und Berndt Seite (beide CDU) 1994 bis 1998: CDU und SPD; Ministerpräsident: Berndt Seite (CDU)

1998 bis 2002: SPD und Linke; Ministerpräsident: Harald Ringstorff (SPD) 2002 bis 2006: SPD und Linke; Ministerpräsident: Harald Ringstorff 2006 bis 2011 : SPD und CDU; Ministerpräsidenten: Harald Ringstorff (bis 2008), Erwin Sellering (beide SPD) 2011 bis 2016: SPD und CDU; Ministerpräsident: Erwin Sellering (SPD) 71 Mandate hat der Landtag. Derzeitige Verteilung: SPD 27, CDU 18, Linke 14, Grüne 7, NPD 5

Frank Pubantz

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