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MV aktuell Depeche Mode hat leider abgesagt
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00:05 01.12.2017
Rostock

Die kommunale Rostocker Stadthalle, wichtigste Veranstaltungs-Arena in MV, wird zurzeit gründlich umgebaut. Geschäftsführerin Petra Burmeister erklärt im OZ-Interview, warum Rostock ein wichtiger Standort für Konzerte ist und was Besucher ab April in der neuen Stadthalle erwartet.

Petra Burmeister,

Geschäftsführerin der Rostocker Stadthalle FOTO: DÜRST

Frau Burmeister, würden Sie noch einmal eine Stadthalle sanieren?

Petra Burmeister: Nein! (lacht) Aber das sage ich jetzt nur, weil ich im Moment total erschöpft bin. Ich weiß, dass wir was Tolles vollbringen. Aber es war zeitlich ein bisschen zu ambitioniert. Die Bauleitung innezuhaben ist für jemanden, der eigentlich aus einem ganz anderen Geschäft kommt, eine wirkliche Zumutung.

Wie viel wird die Modernisierung kosten, wenn die Stadthalle fertig ist?

Insgesamt knapp 17 Millionen Euro. Wir haben das große Glück, dass das Land den Standort als den wichtigsten in MV anerkannt hat und aus Infrastrukturmitteln fast 90 Prozent der Modernisierungskosten übernimmt. Das ist wirklich ein Riesengeschenk. Das gönnen sich nicht mehr alle Bundesländer. Nur mit Mitteln der Stadt hätten wir die Modernisierung wahrscheinlich nicht umsetzen können.

Die Halle ist größer geworden, wie viele Leute passen jetzt rein?

In der Stehplatzvariante 6600, und in der Sitzplatzvariante sind es effektiv 665 mehr als vorher. Wenn aber alle eine sehr großzügige Sicht auf die Bühne haben, kommen wir nun auf 4500 Sitzplätze.

Jetzt haben wir eine schöne Größe, die auch den Konzertveranstaltern wirtschaftlich Spaß macht.

Kommen jetzt mehr oder andere Künstler?

Die ganz Großen werden wir auch mit der Kapazität nicht erreichen, obwohl das natürlich unser Ziel ist. Viele große Künstler haben ein amerikanisches Management, dem Hallen in Deutschland gehören.

Zum Beispiel die Mercedes-Benz-Arena in Berlin, die zur amerikanischen Anschutz-Gruppe gehört. Dort läuft die ganze Wertschöpfung in einer Hand. Aber wir sind dennoch ein attraktiver Standort zwischen Berlin und Hamburg. Berlin, wo jeder hingeht, ist extrem übersättigt. Wir sind interessant, weil wir im Vergleich zu den ganz großen Hallen so etwas wie eine Clubatmosphäre bieten können.

Auf welche Konzerte in der neuen Halle freuen Sie sich besonders?

Diesen Freitag auf Mark Forster. Das Konzert ist ausverkauft, das wird eine Probe, wie die beiden ebenfalls ausverkauften Konzerte von Marteria Mitte Dezember. Persönlich freue ich mich am meisten auf Holiday On Ice nächste Woche. 2018 haben wir viele gute Künstler. Wie etwa im März Radio Doria mit Jan Josef Liefers, das wird sicher ein sehr schönes Konzert.

Müssen Sie Klinken putzen oder stehen die Veranstalter Schlange?

Sowohl als auch. Manchmal gibt es Absagen. Bei Ed Sheeran habe ich es versucht. Bei Depeche Mode auch, warum nicht, für ein Unplugged-Konzert. Aber da kam von der anderen Seite nur ein Grinsen. Aber man darf nicht aufgeben, muss einfach den richtigen Moment abwarten und sich immer wieder ins Gespräch bringen.

In Schwerin gibt es die Kongresshalle, die noch sehr nach DDR aussieht und in die wenig investiert wurde, aber in der trotzdem ausverkaufte Konzerte stattfinden. Wie schaffen die das?

Ein Beispiel: Ich habe mich sehr geärgert, dass wir Peter Maffay im März nicht nach Rostock bekommen haben. Der Veranstalter hat gesagt, es sei ihm egal, wie die Halle aussieht, Hauptsache, es kommen tausend Leute mehr. Solange solche Veranstalter auf dem Markt sind, die nur kaufmännisch denken, und solange es sich für die Schweriner rechnet, ist das auch ein Weg. Aber man muss darüber nachdenken, ob man das will und ob man lieber kurz- oder langfristig agiert. Mein Auftrag war immer, mindestens mittel-, besser langfristig zu denken.

Gerald Kleine Wördemann

Sport und große Stars: Die wichtigste Arena des Landes wird umgebaut

Am 19. April 2018 wird die 1979 errichtete Rostocker Stadthalle nach einer Modernisierung offiziell wiedereröffnet, mit einem Konzert von Florian Silbereisen. Eine Teileröffnung fand bereits im September statt. Kernstück sind eine neue Tribüne, der „ Nordrang“, und die Vergrößerung des Hauptsaals. Das neue Foyer soll größer werden, eine Dachterrasse wird gebaut. Geplant ist außerdem ein Parkhaus. In der Stadthalle traten u.a. Nena, Bob Dylan, Robin Gibb und Udo Jürgens auf.

Anstehende Konzerte: Max Raabe (21.1.), André Rieu (31.01.), Schiller (6.2.), Scooter (23.2), Atze Schröder (1.3), Santiano (5.3.), Mario Barth (15.3.), Chris Norman (16.3.), Al Bano &

Romina Power (20.3.) Karten für die Konzerte in der Stadthalle gibt es in allen OZ-Servicecentern und im Internet unter https: //shop.ostsee-zeitung.de/

Interview: Andreas Ebel und

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