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„Der Busfahrer hat falsch gehandelt“

„Der Busfahrer hat falsch gehandelt“

Glowe. Für zwei Sechstklässlerinnen von der Insel Rügen begann das neue Schuljahr vergangenen Freitag mit einer bösen Überraschung: Ein Busfahrer der Verkehrsgesellschaft ...

Glowe. Für zwei Sechstklässlerinnen von der Insel Rügen begann das neue Schuljahr vergangenen Freitag mit einer bösen Überraschung: Ein Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) hat die Schülerinnen des Busses verwiesen, obwohl sie einen Schülerfahrausweis besaßen. Begründung: Die Ausweise seien erst ab dem 5. September gültig gewesen, teilte der Verkehrsbetrieb mit. Die Eltern sind empört. OZ-Leser diskutieren auf Facebook.

Nach Ansicht von Mario Pfaffe hat der Busfahrer falsch gehandelt. „Ich bin selbst Busfahrer und kenne die Vorschriften: Darin heißt es, dass Kinder immer mitgenommen werden müssen – mit und ohne Fahrausweis.“ Lore Liese teilt die Meinung: „Man setzt Kinder nicht einfach auf die Straße.“

OZ-Leserin Maika Muchow indes versteht die Aufregung nicht. „Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum man die Verkehrsgesellschaft beschimpft. Wenn ich als Mutter mein Kind losschicke und weiß, dass die Karte erst ab dem 5.9. gültig ist, dann hat doch die Mutter versagt und nicht der Busfahrer.“

Als Reaktion schreibt An Gela : „Der Busfahrer hätte sich wenigstens absichern müssen, dass er nicht zwei Kinder völlig hilflos zurücklässt. Und auch Eltern können mal etwas vergessen. Man hat nicht immer alles im Blick.“

In gewissen Situationen sollte man mit Fingerspitzengefühl handeln, sagt Lütt Matten . Steffi Lodwig kommentiert: „An der Kasse im Supermarkt schenkt einem auch keiner den Einkauf, wenn man nicht genug Geld dabeihat.“ Der Busfahrer habe völlig richtig gehandelt. Und die Verantwortung liege in erster Linie bei den Eltern.

Michael Wendt gibt zu bedenken, dass man in solch einem Fall geteilter Meinung sein könne. „Hier gibt es eigentlich zwei Seiten der Geschichte. In beiden Fällen kann man nur den Kopf schütteln. Es ist echt traurig, dass die Busfahrer so handeln müssen und Kinder rausschmeißen müssen. Dann sollten sie sich lieber eine Art Pfand geben lassen.“ So könne das Busunternehmen die Angelegenheit später mit den Eltern klären. „Aber mit welchem Recht sind die Eltern denn empört? Auch sie würden mit einem ungültigen Ticket nicht befördert werden. Vielmehr sind sie daran schuld, die Kinder in diese Situation gebracht zu haben. Am Ende sind mal wieder die Kleinen die Leidtragenden.“

„Zu meiner Zeit“, erinnert sich OZ-Leserin Elisabeth Lanske , „hätte der Busfahrer beide Augen und die Hühneraugen zugedrückt. Es waren nur zwei Mädchen und keine Invasion. Ein Hinweis hätte es auch getan.“ Aber die Vorschriften einzuhalten, ist Lanske überzeugt, sei immer auch verbunden mit der Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. „Diese Furcht lässt die Menschlichkeit immer weiter auf der Strecke bleiben.“

OZ

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