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Der Draht zum Himmel – Funkamateure in MV aktiv

Schwerin/Greifswald Der Draht zum Himmel – Funkamateure in MV aktiv

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Ein Amateurfunker an seiner Funkstation. Bundesweit funken rund 65 000 Technikbegeisterte ihre Signale regelmäßig in alle Welt.

Quelle: Foto: J. Stein/dpa

Schwerin/Greifswald. „Handy kann jeder. Amateurfunk aber ist handgemacht und weckt besondere Glücksgefühle, wenn man im Rauschen die Signale erkennt“, sagt der Gemeindepädagoge in der Schweriner Domgemeinde, Matthias Labude. Einmal im Monat schart er technikinteressierte Kinder und Jugendliche um sich und sucht über den Äther Kontakt. Die Antenne ist 40 Meter lang und unter dem Dach des Längsschiffes gespannt. Die Funkstation befindet sich im Kapitelsaal des Doms. Da liegt der Titel des Treffs nahe: „Der Draht zum Himmel – Im Dom funkt’s“.

Bundesweit gibt es 65 000 Amateurfunker

27 Ortsvereine zählt der Deutsche Amateur Radio Club (Darc) in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 65000 Technikbegeisterte in Deutschland funken ihre Signale regelmäßig in alle Welt. Nicht jeder, der Interesse hat und die Technik besitzt, darf drauflos funken. Dafür ist eine fundierte Ausbildung mit abschließender Prüfung nötig.

Nicht jeder hat aber eine solch exklusive Funkstation mit dem besonderen Draht. Die große Mehrzahl der aktuell 535 Funkamateure in MV übe ihr Hobby zu Hause aus, sagt der Landesvorsitzende des Deutschen Amateur Radio Clubs (Darc), Franz Berndt. Nach seinen Angaben beträgt das Durchschnittsalter der Mitglieder 54 Jahre. Junge Leute seien immer schwerer für das Hobby zu begeistern, konstatiert er. Das liege nicht daran, dass Amateurfunk etwa langweilig sei. „Man eignet sich technische Fertigkeiten an und findet weltweit Kontakt. Das ist doch extrem spannend“, meint Berndt. Doch das Freizeitangebot sei heute kaum noch zu überblicken. Und gerade die junge Generation verbringe sehr viel Zeit vor dem Computer oder am Handy mit Spielen. „Das merken nicht nur wir, sondern auch Angel- und Sportvereine oder das DRK“, berichtet Berndt. Aufmerksamkeit für sein Hobby erhofft er sich von der Funkweltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Deutschland stattfindet. Gastgeber sind im Juli Jessen und Wittenberg in Sachsen-Anhalt. „ Amateurfunk ist Experimentalfunk“, sagt Berndt, der für sein Hobby auch schon um den Globus reiste.

Unter den 27 Darc-Ortsvereinen in MV kommt dem in Greifswald/Gützkow eine besondere Rolle zu. Bei Krisen- oder Katastrophenfällen kann der Landkreis Vorpommern-Greifswald auch auf Kommunikationsmöglichkeiten der Funkamateure zurückgreifen. Dazu wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Hilfe der Amateurfunker wäre etwa erforderlich, wenn durch Stromausfall Internet und Telefon als Kommunikationswege nicht mehr funktionieren. „Und wenn man erst mal Feuer gefangen hat, lässt einen das nicht mehr los“, so Gemeindepädagoge Labude, der gern als Funker auf See gefahren wäre, es in der DDR aber nicht werden durfte.

Frank Pfaff

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