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Der Familienbetrieb

Nach den Landtagswahlen: CDU zieht mit kleinerer Fraktion ein Der Familienbetrieb

Bei der Union sitzen Vater und Sohn zusammen im Landtag. Manche Urgesteine sind nicht mehr dabei, dafür rückten viele Jüngere nach.

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Schwerin. Leicht dezimiert zieht die CDU mit 16 Abgeordneten in den neuen Landtag ein. Das sind zwei Plätze weniger als 2011. Fünf neue Gesichter sind dabei: Holger Kliewe, Ann Christin von Allwörden, Sebastian Ehlers, Christiane Berg und Franz-Robert Liskow sind erstmals in der Fraktion.

 

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Torsten Renz – der Geschäftsführer

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Der neue

Landtag

Heute: CDU

Der Name des zuletzt Genannten klingt vertraut: Franz-Robert Liskow (29) ist der Sohn von Egbert Liskow (59), im Landtag seit 2002. So eine Familien-Konstellation gab es noch nicht im Schweriner Parlament. Im politischen Alltag braucht Liskow junior keinen Rat von Liskow senior. „Mein Sohn hat sich längst emanzipiert“, sagt Egbert Liskow. Schließlich sei der Filius kein Neuling im Politik-Geschäft.

Neben dem eigenen Vater im Plenarsaal zu sitzen, bereitet ihm „kein komisches Gefühl mehr“, meint der Sohn. Sie sind das gewohnt: Beide Liskows saßen bereits zusammen in der Greifswalder Bürgerschaft und sind aktuell Mitglieder des Kreistags Vorpommern-Greifswald.

Einige altgediente Unions-Politiker sind im neuen Landtag nicht mehr vertreten. Mit Jürgen Seidel (68), mehrfacher Landesminister, Nachwende-Volkskammer-Abgeordneter, Ex-Landrat und früherer CDU-Landeschef, verabschiedete sich ein Urgestein in den Ruhestand. Auch Heino Schütt (72), ExBürgermeister von Marlow (Vorpommern-Rügen), ist nicht mehr dabei. Michael Silkeit (57) wäre dagegen gerne geblieben, der langjährige Landeschef der Polizeigewerkschaft GdP schaffte es wegen des mageren Unions-Ergebnisses aber nicht in den Landtag.

Mit einem Durchschnittsalter von 49,7 Jahren unterscheidet sich die Unionsfraktion kaum von den anderen: Die SPD stellt mit 47,3 Jahren rechnerisch die jüngsten Parlamentarier, die der AfD sind mit 49,8 Jahren ein paar Wochen älter als die Vertreter der Union. Die Linken sind mit 49 Jahren im Schnitt gut ein Dreivierteljahr jünger. Große Unterschiede gibt es dagegen im Geschlechterverhältnis: Den höchsten Anteil an weiblichen Abgeordneten hat die Linke (54,5 Prozent), den niedrigsten die AfD (5,6 Prozent). Dazwischen liegen CDU und SPD mit Frauenquoten von 25 beziehungsweise 27 Prozent.

Der Güstrower (52) ist neuer parlamentarischer Geschäftsführer und damit, hinter Vincent Kokert, die Nummer zwei der CDU im Landtag. Der Hobby-Sportler und ehemalige Berufsschullehrer nennt die Förderung der regionalen Wirtschaft und eine solide Finanzpolitik als politische Ziele. Der verheiratete Vater von zwei Kindern kommt über die Landesliste in den Schweriner Landtag. Renz ist außerdem Stadtpräsident in seiner Heimatstadt Güstrow und CDU-Kreischef im Landkreis Rostock.

Franz-Robert Liskow – der Senkrechtstarter

Der gebürtige Greifswalder wird im neuen Landtag voraussichtlich neben seinem Vater (siehe rechts) sitzen. Der 29-jährige Diplom-Kaufmann und politische Senkrechtstarter gewann das Direktmandat im Wahlkreis Demmin. Bundesweit bekannt wurde Franz-Robert Liskow mit der Forderung nach

einer Radio-Quote für deutsche Schlager. 2015 fiel er überraschend bei der Wahl für den

Landesvorstand seiner Partei durch. Der Landesvorsitzende der Jungen Union ist verheiratet.

Ann Christin von Allwörden – die junge Wilde

Die 37-Jährige verbuchte in den vergangenen zwölf Monaten zwei

politische Erfolge: Vor einem Jahr wurde sie nach einer Kampfabstimmung überraschend als Kandidatin im „Merkel“-Wahlkreis Stralsund II nominiert, den sie nun bei der Wahl auch gewann. Die in Neumünster (Schleswig-Holstein) geborene Polizistin ist Mutter einer Tochter und gilt als eine der jungen Wilden, die neu in den Landtag einziehen, neben Franz-Robert Liskow (CDU) und Eva-Maria Kröger (Linke).

Christiane Berg – die gelernte Landwirtin

Mit 58 Jahren zieht Christiane Berg aus Groß Stieten (Nordwestmecklenburg) erstmals in den Landtag ein. Die studierte Diplom- Agraringenieurin gehört als Beisitzerin dem Landesvorstand der Union an, seit 2014 ist sie Mitglied des Kreistages Nordwestmecklenburg. Die Mutter zweier Kinder ist in der Verkaufsberatung einer Firma für Büro- und Objektberatung tätig. Sie kam über die Landesliste in den Landtag. Über das Abschneiden ihrer Partei äußerte sie sich enttäuscht.

Egbert Liskow – der Kraftwerksingenieur

Der 59-Jährige gehört dem Landtag – mit einer Unterbrechung von einem Monat – seit 2002 an. CDU-Mitglied ist er seit 1984, nach der Wende wurde er Mitglied der Greifswalder Bürgerschaft. Der Kraftwerks-Ingenieur arbeitete lange im Kernkraftwerk Lubmin. Der gebürtige Heringsdorfer ist Vater von zwei Kindern. Über den Einzug seines Sohnes Franz-Robert in den Landtag ist er stolz. Der Name habe dabei nicht geholfen. Im Gegenteil – „er musste sich mehr anstrengen“, sagt der Vater.

Holger Kliewe – Firmenchef mit Direktmandat

Der gebürtige Bergener (53) holte aus dem Stand das Direktmandant in seinem Heimat-Wahlkreis Vorpommern-Rügen IV. Seit 2013 leitet er die Verwaltung seiner Gemeinde Ummanz als ehrenamtlicher Bürgermeister, er gehört außerdem dem Kreistag Vorpommern-Rügen an. In Ummanz betreibt der studierte Agraringenieur mit seiner Frau und 20 Mitarbeitern einen Erlebnis-Bauernhof. Der Landtags-Neuling hat vier Kinder, ist Mitglied des Rotary-Clubs und des Bauernverbands.

Sebastian Ehlers, der Noch-Pressesprecher

Der Schweriner kennt trotz fehlender Erfahrung als Abgeordneter die Arbeit im Landtag ziemlich gut: Der 34-Jährige leitete in der vergangenen Legislaturperiode die Pressestelle der Unionsfraktion.

Weil noch kein Nachfolger feststeht, macht er diesen Job zurzeit noch kommissarisch. Ehlers trat schon als Jugendlicher in die Junge Union ein, sein Vater, ebenfalls CDU-Politiker, weckte früh das Interesse für Politik in ihm. Der Politikwissenschafter ist auch Fraktionschef in der Schweriner Stadtvertretung.

Vincent Kokert – der alte und der neue Fraktionschef

Schon drei Tage nach der Wahl machten die CDU-Abgeordneten klar, dass der 38-Jährige ihre Fraktion leiten wird – wie schon in den fünf Jahren zuvor. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Verwaltungsbetriebswirt gilt fast schon als der ewige Kronprinz für die Nachfolge von Parteichef Lorenz Caffier. Der Neustrelitzer ist außerdem Generalsekretär der Landes-Union und Gesellschafter eines Biogas-Unternehmens in Neubrandenburg. Der verheiratete Katholik hat vier Kinder.

Gerald Kleine Wördemann

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